6. März 2010

Marie Antoinette und Ihre Freunde

Marie Antoinette hatte eine Reihe von selbst erwählten Freunden, die oft in ihrer Nähe anzutreffen waren.

Einige kennen wir schon näher wie Baron Besenval oder duc de Lauzun. Andere wie Herzog Noailles, Esterhazy und Graf Rosenberg die weniger bekannt waren, zählten zum vertrauten Kreis von Marie Antoinette.
Da Marie Antoinette schon früh Ihren Vater, Franz Stephan von Lothringen verloren hat, suchte sie in jungen Jahren die Nähe von Männern die sie an ihre Kindheit erinnerten. Nicht immer war diese Freundschaft von beider seiten gleich stark gewünscht. Den ein zu große Nähe und Anhänglichkeit zur Königin rief viele Neider auf den Plan und Verleumdungen waren üblich.
Die Gefahr für Franzosen, die zur Gänze von der Autorität des König abhängig waren, war enorm. Eine Verbannung für ein Vergehen, wie eine unbedachte Bemerkung, und man mußte Versailles, oft für immer, verlassen.
Eine Verbannung auf die eigenen Güter war noch eine gelinde Strafe. Eine Verbannung aus Paris oder gar aus Frankreich war schon weitreichender. Zur Verbüßung einer Haftstrafe gab es erschwerend, Strafkolonien, "Heilanstalten" wie die Salpêtrière, Strafgaleeren und die Bastille, alles Orte wo man sich nicht hin wünschte. Die Gefängnisse waren in der damaligen Zeit, so wie noch heute in Frankreich, berüchtigt.
So hatte auch Marie Antoinette die Angewohnheit Menschen die ihr unsympathisch wurden, aus Versailles zu verbannen, was für Betroffene die ohne Vermögen waren, mit großen finanziellen Verlusten verbunden war, den die Hofämter waren oft das einzige Einkommen.

So hatten die Freundschaften zu Marie Antoinette immer den Hauch von Gefahr und Vergänglichkeit. Ausländische Freunde wie Fersen, Besenval oder Rosenberg standen unter den persönlichen Schutz der Königin und konnten jederzeit in ihre Heimat zurück kehren.


An den Herrn Grafen von Rosenberg! 17. April 1775

Herr Graf, sie sehen hier, wie gerne ich mit ihnen plaudere und mögen sie daraus erkennen, welches Vergnügen mir Ihr Brief bereitet hat. Solange man in Wien allerlei Geschichten über mich zu Ihnen trägt, will ich ganz ohne Sorge sein, denn Sie kennen Paris und Versailles und haben Ihr Urteil als Augenzeuge gebildet. Wenn ich irgend einer Fürsprache bedürfte, würde ich mich ruhig an Sie wenden. Im Vertrauen würde ich Ihnen noch mehr eingestehen, als Sie zu meinen Gunsten vorgebracht haben; so teile ech nicht ganz den Geschmack des Königs: er liebt die Jagd und handwerksmäßige Beschäftigungen. Sie werden zugeben, daß ich mich in einer Schmiede nicht gut ausnehmen würde; den Vulkan könnte ich dort nicht abgeben und die Rolle der Venus würde ihm gewiß mehr als meine Vergnügungen mißfallen, gegen die er nicht einzuwenden hat*.
Mit Ausnahme des gichtgeplagten Conti haben sich alle Prinzen wieder eingefunden; er selbst hat sich durch seine Nichte bei mir lebhaft entschuldigen lassen; von der ganzen Geschichte spricht auch kein Mensch ein Wort mehr.
Wir leben jetzt ganz anders als im Karneval. Erstaunen Sie und bedauern Sie mich. Bei den Messen und Beichten des Karwoche habe ich mich heftiger erkältet als je auf einem Balle. Sie finden das natürlich ganz in Ordnung. An den Montagen sind jetzt bei mir ganz reizende Konzerte. Nichts von Hofregel; ich fange dort abwechselnd mit einigen anderen Damen eines kleinen Kreises; auch mehrere nette, ältere Herren sind mit dabei, so: Herr von Duras, der Herzog von Noailles, der Baron Besenval, Esterhazy und die Herren von Polignac und Guémenée mit noch zwei oder drei anderen. Das Konzert dauert ungefähr drei Stunden, bis neuen Uhr, und allen vergeht die Zeit wie Fluge.
Es tut mir sehr leid, daß Sie durch so triftige Gründe von der Weiterreise abgehalten sind, mein Bruder ist darum recht zu bedauern. Hoffentlich haben Sie ihm vor seiner Abreise einen wackere Predigt gehalten; wie Sie wissen, muß man sich, um ihn aufrütteln, ein wenig lebhaft ausdrücken. Gott gebe es, daß Sie damit etwas erzielt haben. Sie entschuldigen sich umsonst, daß Ihr Brief so lang geworden ist. Sie müssen mich für sehr unaufrichtig halten, wenn sie an meiner Freundschaft zweifeln oder daran, daß ich gerne einen Brief von Ihrer Hand erhalte. Schreiben Sie wieder einmal.

Antoinette


*Marie Antoinette umschreibt, mit der römischen Mytholgie, ihr Missfallen an den Hobbies ihres Gatten. Vulkan wird von seiner Gattin Venus mit Mars betrogen und Vulkan rächt sich an Venus durch ein grausames Zur Schau stellen ihres Ehebruchs, so in etwa ...

Kommentare:

Niki hat gesagt…

Toller Post ;) Und das Bild ist ja schön, kannte ich noch gar nicht.
Liebe Grüße

Martin hat gesagt…

Danke - ein wenig kitschig und aus späteren Zeiten, ich tippe auf das 19. Jhdt., da hatte MA auch schon ihre Fangemeinde;)

Martin