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5. Juli 2010

Marguerite de Navarre

Dixain

J’ay longuement senty dedens mon coeur
L’amour qu’à vous j’ay porté si très forte,
Si très honneste et tant pleyne d’honneur,
Qu’oncques nul coeur n’en sentist de la sorte ;
Mais maintenant qui tant me reconforte,
Bien que je sens mon affection vifve,
La vostre y est si grande et si naifve
Que le sentir, qui conferme ma foy,
Me fait avoir l’esection craintifve
Si ceste amour est à vous ou à moy.

Zehnzeiler

Ich fühle tief im Herzen schon seit Jahren
Zu Euch der Liebe mächtiges Begehren,
(So schicklich doch und nur mit allen Ehren)
Wie nie ein Herz es durfte so erfahren.
Doch jetzt ist solcher Trost mir widerfahren ;
Obwohl ich meiner Neigung sicher bin,
Zeigt Euch klar mir Euren reinen Sinn,
Daß das Gefühl, worauf mein Herze schwört,
Mich drängen will zu solchem Zweifel hin :
Ob diese Liebe Euch, ob mir gehört.




Marguerite de Navarre, Madame d`Angouleme, Herzogin von Alencon
Margarete von Navarra geb. 1492, gest. 1549, ist die Schwester des französichen Königs Franz I. Sie war eine der geistig bedeutendsten Frauen ihrer Zeit, Förderin von Dichtern und Gelehrten u.a. von Clément Marot. Sie heiratete 1527 den König von Navarra. Ihr Hauptwerk, das nach dem Vorbild von Boccaccios « Decamerone » verfaßte « Heptaméron des nouvelle », ist eine Sammlungvon Erzählungen, die in einen Rahmen eingebaut sind. Margarete dichtete auch geistliche weltliche Lyrik.

Text nach : Abel Lefranc, Les dernières poésies de Marguerite de Navarre, 1896

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