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16. Februar 2009

Pierre de Ronsard


A MARIE STUART
Royne d’Escosse
Sonnet

Encores que la mer de bien loin nous separe ,
Si est-ce que l’esclair de vostre beau Soleil ,
De vostre œil qui n’a point au monde de pareil,
Jamais loin de mon cœur par le temps ne s’esgare

Royne , qui enfermez une Royne si rare ,
Adoucissez vostre ire , et changez de conseil!
Le Soleil se levant et allant en sommeil
Ne voit point en la terrre un acte si barbare .

Peuple , vous forligenz , aux armes noncholant
De voz ayeuz Renault , Lancelot et Rolant,
Qui prenoient d’un grand cœur por les Dames querelle,

Les gardoient ; les sauvoient : où vous n’avez François,
Ny osé regqrder ny toucher le harnois
Pour oster de servage une Royne si belle.



AN MARIA STUART
Königin von Schottland
Sonett

Obwohl uns trennt das weite, tiefe Meer,
Kann Eurer Augensonnen reines Licht,
Dem nichts auf diesem Erdenrund entspricht,
Doch meinem Herzen fern sein nimmermehr.

Weh, Königin, die eine andere Ihr
Gefangen haltet, ändert Euren Sinn!
Die Sonne kennt, so weit sie wandelt hin,
Nicht schlechtre Tat auf dieser Erde hier.

Volk, du vergißt, den Waffen nimmer hold,
Die Taten Roland, Lanzelots, die noch
Kampffroh für edel Frauen traten ein,

Sie zu beschützen. Ihr Franzosen doch
Ja Waffen weder sehn noch führen wollt,
Um aus der Schmach Maria zu befrein.




Pierre de Ronsard
Ronsard (geb. 1524 auf Schloss La Poissonière, gest. 1585 in Saint-Cosme-lès-Torus) ist das Haupt ders Dichterkreises der Pléiade und Poeta laureatus seiner Zeit; Verschiedene Könige protegierten ihn, und Dichter wie Tasso bezeugten im ihre Verehrung. – Alter von zehn Jahren trat er als Page in den Hofdienst. Als Begleiter verschiedener Fürsten oder als Gesandter unternahm er große Auslandsreisen. Durch die Krankheit wurde Ronsard schwerhörig und mußte den Hofdienst verlassen. Nun studierte er die antiken Sprachen und Literatur und begründete mit jungen Dichterfreunden die „Brigade“, aus der sich der Dichterkreis „Pléiade“ entwicklete. Ein Jahr nach dem Erscheinen von du Bellays „Defense et Illustration de la Langue Française“ veröffentlichte er als erster Oden in französischer Sprache, die sogleich großes Aufsehen erregten, dann in rascher Folge die Sammlungen „Amours“, „Le Bocage“ und „Hymnes“. 1573 erschien die unter dem Einfluß Homers und Tassos entstandene „Fraciade“, mit der er den Versuch machte, das Versepos in Frankreich einzuführen. Etwa zehn Jahre vor seinem Tode begann sein Ruhm zu verblassen: Die Zeitgenossen bevorzugten die weniger kunstvolle Lyrik von Desportes. Ronsard verbrachte seine letzten Lebensjahre in derr Zurückgezogenheit eines Klosters. – Erst im 19. Jhdt. Wurde Ronsard durch die Romantiker, insbesodere Sainte-Beuve, wieder zur Geltung gebracht.

Texte nach: Oeuvres complétes des Rosard, hrsg. Von H. Vaganay, 1923 ff., Sonnet Homère aus dem Pièces restanchéses nach:Ouevres de Pierre de Ronsard, hrsg, von Ch. Marty- Laveaux, 1887 ff. (Pléiade Françoise). Sonett „Mignonne, levez-vous“ nach: Oeuvres complétes de Pierre de Ronsard, rsg. Von Prosper Blanchemain, 1857

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