Der Coiffeur Léonard hat dem Graf Mercy die Schmuckkassette der Köngin am 11. März 1791 übergeben; überdies erhielt er lange vor der Flucht des Königpaares durch den Abbé Montesquiou große Vermögenswerte in Gold und Wechselpapieren. Mercy ließ alles im königlichen Tresor in Brüssel verwahren. Nach dem Tode der Königin wurde die Kassette geöffnet und eine Bestandsaufnahme der kostbaren Schmuckstücke und der anderen Vermögenswerte gemacht.
Im Wiener Staatsarchiv befindet sich auf dem bezüglichen Dossier der bemerkenswerte Vermerk von der Hand Arneths: „Dieses ganze Dossier ist mit äußerster Diskretion zu behandeln und niemand mitzuteilen.“ Nun enthält gerade dieses Dossier F, der Familienkorrespodenzen, Karton 75, eine komplette Liste ihres kostbaren Inhalt und die hinterlassenen Vermögenswerte bezüglichen Schriftstücke, und überdies die Korrespodenz Fersens und Mercy und der Erzherzogin Marie Christine hinsichtlich einer letzten Verfügung Ludwigs XVI. Und Marie Antoinettes.
Am 21. Februar 1794 wandte sich nämlich Fersen in einem Schreiben an den Grafen Mercy mit der Bitte, eine letztwillige Verfügung des königlichen Paares zu erfüllen. Er legte Mercy ein Billett vom 20. Juni 1791 folgenden Inhaltes vor:
Am 20. Juni
Wir bitten Herrn von Mercy, dem Grafen von Fersen alles uns gehörige Geld, etwas fünfzehnhunderttausend Livres, zu übergeben und wir bitten den Grafen Fersen, es als das herzlichste Zeugnis unserer Dankbarkeit und als Entschädigung für all das , was er verliert, anzunehmen.
Louis Marie Antoinette
Mercy anerkannte sofort die Echtheit dieses Billettes und legte in einem Schreiben vom 24. Februar 1794 der Schwester Marie Antoinettes, der Erzherzogin Marie Christine, den Sachverhalt dar, da sie bereits im Besitz der Kassette und der anderen Vermögenswerte war. Trotzdem der Anspruch Fersens nicht bestritten werden konnte, zumal er für die Flucht von Varennes von den Damen Stegelmann und Korff je 300 000 Livres entliehnen und aus eigenem 100 000 Livres aufgewendet hatte, erreichte er nichts. Auch der Hinweis, daß die beiden alten Damen, Mesdames Tanten des Königs, im Exil in Rom in Dürftigkeit leben müßten, fand weder in Brüssel noch in Wien bei Kaiser Franz II. Gehör. Die Schuld wurde nie getilgt und der letzte Wille des Königpaares übergangen.
Die letzten Briefe Marie Antoinettes von Paul Christoph
1. März 2012
28. Dezember 2011
François de Malherbe
DEISSEIN DE QUITTER UNE DAME QUI NE LE CONTENTOIT QUE DE PROMESSE
Beauté , mon beau souci, de qui l’âme incertaine
A, comme l'Océan, son flux et son reflux,
Pensez de vous résoudre à soulager ma peine,
Ou je me vais résoudre à ne le souffrir plus.
Vos yeux ont des appas que j'aime et que je prise,
Et qui peuvent beaucoup dessus ma liberté ;
Mais, pour me retenir, s'ils font cas de ma prise,
Il leur faut de l'amour autant que de beauté.
Quand je pense être au point que cela s'accomplisse,
Quelque excuse toujours empêche l’effet ;
C'est la toile sans fin de la femme d'Ulysse ,
Dont l'ouvrage du soir au matin se défait.
Madame, avisez-y, vous perdez votre gloire
De me l'avoir promis, et vous rire de moi ;
S'il ne vous en souvient, vous manquez de mémoire,
Et s'il vous en souvient vous n'avez point de foi.
J'avois toujours fait compte, aimant chose si haute,
De ne m’en séparer qu’avec que le trépas ;
S'il arrive autrement ce sera votre faute,
De faire des serments et ne les tenir pas.
VORSATZ, EINE DAME ZU VERLASSEN, DIE IHN MIT BLOSSEN VERSPRECHUNGEN ABSPEISTE
Ihr Schönste – ach, mein schöner Kummer – deren Herz,
So unstet wie das Meer, bewegt wird von Gezeiten,
Entschließt Euch endlich doch zu lindern meinen Schmerz,
Ansonsten werde ich ein Ende ihm bereiten.
Ich liebe Eurer Augen Reiz, der mir gebannt,
Der fast, so stark ist er, die Freiheit mir genommen,
Doch wollt Ihr fesseln mich mit einem festern Band,
Laßt zu der Schönheit gleiches Maß an Liebe kommen.
Denn dünkt es mich, daß endlich ich mein Ziel erreicht,
Macht irgendeine Ausflucht stets die Tat zunichte.
So alles Penelope nie fert'gem Linnen gleicht,
Das aufgelöst aufs neue stets beim Morgenlicht.
Wißt, Herrin, Euer Ansehn mehrt Ihr wahrlich nicht,
Da Ihr Euch mir verspracht und nun mit mir wollt spaßen.
Vergaßt Ihr dies, wohl am Gedächtnis Euch´s gebricht,
Und denkt Ihr doch daran, hat Euch die Treu verlassen.
Ich dachte stets: wär solche Kostbarkeit einst mein,
Könnt nichts als nur der Tod mich davon trennen;
Doch wenn es anders kommt, ist´s Eure Schuld allein,
Weil Euren heil´gen Eid Ihr nicht wollt anerkennen.
Malherbe geb 1555 in Caen, der 1605 an den Pariser Hof berufen wurde, schuf als Theoretiker die Grundlagen für das klassische Französisch des 17. Jahrhunderts, das sich in den Werken Corneilles, Racines und Moliéres dokumentiert. Als Sprechreiniger schied er Entlehnungen und Neubildungen wieder aus, mit denen die Dichter der Pléiade den Wortschatz des Französischen bereichert hatten.
Sein Ziel war es, die Sprache zu veredeln und deren Musikalität zu steigern. Er forderte auch Klarheit des Ausdrucks und Reinheit des Reims. Malherbe ist der eigentliche Schöpfer des französischen Alexandriners, der durch Corneille und Racine zum klassischen französischen Tragödienvers wurde. Ein Werk, in dem seine theoretischen Forderungen dargestellt wind, hat er nicht hinterlassen; seine Anregungen sind in Aufzeichnungen seiner Freunde, Briefen und Randglossen überliefert. Malherbes Bestrebungen fanden in den gebildeten Kreisen von Paris großen Anklang. In den Salons begannen Diskussionen über Probleme der Sprache. Die Veredelung des Wortschatzes wurde auch auf die von Malherbe venachlässigte Prosa und die Umgangssprache angewandt, und so entstand nach und nach das klassische Französisch.- Als Dichter ist Malherbe viel weniger originell: Neben galanten Versen verfaßte er nur wenige, oft in langer Arbeit entstandene Sonette und Oden, die zwar den gediegenen literarischen Geschmack Malherbes bezeugen, jedoch tiefer Empfindungen und schöpferischen Gedanken ermangeln.
Text nach: Oeuvres de Malherbe, herausgegeben von L. Lalanne, 1862, in Les Grands Ecrivains de la France.
Beauté , mon beau souci, de qui l’âme incertaine
A, comme l'Océan, son flux et son reflux,
Pensez de vous résoudre à soulager ma peine,
Ou je me vais résoudre à ne le souffrir plus.
Vos yeux ont des appas que j'aime et que je prise,
Et qui peuvent beaucoup dessus ma liberté ;
Mais, pour me retenir, s'ils font cas de ma prise,
Il leur faut de l'amour autant que de beauté.
Quand je pense être au point que cela s'accomplisse,
Quelque excuse toujours empêche l’effet ;
C'est la toile sans fin de la femme d'Ulysse ,
Dont l'ouvrage du soir au matin se défait.
Madame, avisez-y, vous perdez votre gloire
De me l'avoir promis, et vous rire de moi ;
S'il ne vous en souvient, vous manquez de mémoire,
Et s'il vous en souvient vous n'avez point de foi.
J'avois toujours fait compte, aimant chose si haute,
De ne m’en séparer qu’avec que le trépas ;
S'il arrive autrement ce sera votre faute,
De faire des serments et ne les tenir pas.
VORSATZ, EINE DAME ZU VERLASSEN, DIE IHN MIT BLOSSEN VERSPRECHUNGEN ABSPEISTE
Ihr Schönste – ach, mein schöner Kummer – deren Herz,
So unstet wie das Meer, bewegt wird von Gezeiten,
Entschließt Euch endlich doch zu lindern meinen Schmerz,
Ansonsten werde ich ein Ende ihm bereiten.
Ich liebe Eurer Augen Reiz, der mir gebannt,
Der fast, so stark ist er, die Freiheit mir genommen,
Doch wollt Ihr fesseln mich mit einem festern Band,
Laßt zu der Schönheit gleiches Maß an Liebe kommen.
Denn dünkt es mich, daß endlich ich mein Ziel erreicht,
Macht irgendeine Ausflucht stets die Tat zunichte.
So alles Penelope nie fert'gem Linnen gleicht,
Das aufgelöst aufs neue stets beim Morgenlicht.
Wißt, Herrin, Euer Ansehn mehrt Ihr wahrlich nicht,
Da Ihr Euch mir verspracht und nun mit mir wollt spaßen.
Vergaßt Ihr dies, wohl am Gedächtnis Euch´s gebricht,
Und denkt Ihr doch daran, hat Euch die Treu verlassen.
Ich dachte stets: wär solche Kostbarkeit einst mein,
Könnt nichts als nur der Tod mich davon trennen;
Doch wenn es anders kommt, ist´s Eure Schuld allein,
Weil Euren heil´gen Eid Ihr nicht wollt anerkennen.
Malherbe geb 1555 in Caen, der 1605 an den Pariser Hof berufen wurde, schuf als Theoretiker die Grundlagen für das klassische Französisch des 17. Jahrhunderts, das sich in den Werken Corneilles, Racines und Moliéres dokumentiert. Als Sprechreiniger schied er Entlehnungen und Neubildungen wieder aus, mit denen die Dichter der Pléiade den Wortschatz des Französischen bereichert hatten.
Sein Ziel war es, die Sprache zu veredeln und deren Musikalität zu steigern. Er forderte auch Klarheit des Ausdrucks und Reinheit des Reims. Malherbe ist der eigentliche Schöpfer des französischen Alexandriners, der durch Corneille und Racine zum klassischen französischen Tragödienvers wurde. Ein Werk, in dem seine theoretischen Forderungen dargestellt wind, hat er nicht hinterlassen; seine Anregungen sind in Aufzeichnungen seiner Freunde, Briefen und Randglossen überliefert. Malherbes Bestrebungen fanden in den gebildeten Kreisen von Paris großen Anklang. In den Salons begannen Diskussionen über Probleme der Sprache. Die Veredelung des Wortschatzes wurde auch auf die von Malherbe venachlässigte Prosa und die Umgangssprache angewandt, und so entstand nach und nach das klassische Französisch.- Als Dichter ist Malherbe viel weniger originell: Neben galanten Versen verfaßte er nur wenige, oft in langer Arbeit entstandene Sonette und Oden, die zwar den gediegenen literarischen Geschmack Malherbes bezeugen, jedoch tiefer Empfindungen und schöpferischen Gedanken ermangeln.
Text nach: Oeuvres de Malherbe, herausgegeben von L. Lalanne, 1862, in Les Grands Ecrivains de la France.
22. November 2011
Die Bedeutung des Begriffs „Armut“
Schon im frühen Frankenreich, Karl des Großen sahen es die Führenden und Mächtigen als ihre Aufgabe an, „die Armen“ zu beschützen.
Aber wer galt in diesen Zeiten als „arm“? Neuere Forschungen haben gezeigt, daß als „arm“ nicht nur galt, „wer im Elend lebte und vom Hunger bedroht war, während sich der Reiche mit Speisen vollstopfte“. Als arm galt auch auch, wer sich vorübergehend nicht selbst versorgen konnte und von anderen abhängig war. Arm waren die Unterdrückten; von den Großen Ausgebeutete, von Steureintreibern bedrängte Pächter, Bauern in den Händen von Wucherern, Karl der Große, beklagte sich umsonst darüber, „dass viele, die bekanntermaßen Freie sind, von den Großen gewaltsam unterdrückt werden, dass freie Männer zum Heeresdienst gezwungen werden oder der Willkür von Richtern ausgesetzt sind.
Zu den „Armen“ zählte auch, wer zu jung war, um für sich selbst einzutreten, wer das Greisenalter erreicht hatte, wer den Gatten oder die Eltern verloren hatte und wer Krank oder gebrechlich war.
Wer sich freiwillig oder gezwungen von seiner gewohnten Umgebung entfernt hatte, war ebenfalls arm. So mussten z.B. Pilger unterstützt werden die ihre Heimat verließen um an einen Wallfahrtsort zu beten. Auch ein Fremder der sich im Frankreich niederlassen galt als „pauper“.
„Wir, die Armen und Pilger, sind euch vielleicht lästig und unerwünscht, weil wir so zahlreich sind. Weil wir aufdringlich sind und weil wir dringende Bitten erheben“, schreibt der Ire Dungal an den Abt von Jumièges. „Aber,“ ermahnte er ihn, „hat Gott nicht gerade euch zu unserer Unterstützung eingesetzt?“
Schließlich gehörten auch Flüchtlinge aller Art in die Kategorie der „Armen“. Karl der Kahle verbot 853 seinen Amtsträgern, die Menschen zu behelligen, die ihr Land verlassen hatten, um den Bedrückungen der Bretonen und Normannen zu entfliehen. Er forderte man solle sie gastlich aufnehmen, bis sie nach Hause zurückkehren könnten.
Einige Jahre später beauftragte der Kaiser seine Grafen, diese Flüchtlinge zu registrieren, die Namen ihrer Herrn aufzuschreiben und Ehen, die in der Wahlheimat geschlossen worden waren, so gut wie möglich zu regeln. Auf der Suche nach Beschäftigung verdingten sich diese Unglücklichen häufig als Lohnarbeiter. Sie wurden dabei aber von den Grundherrn, die ihre Mittellosigkeit ausnützten, zu Leibeigenen herabgedrückt, oder kurzerhand an irgendeinen Großen verschenkt.
Die Kirche und der König waren im späteren Regime Ancién für die Versorgung der Armen verantwortlich. Im späten Regime Ancién ging dieser Pakt zwischen Herrscher, Kirche und Volk immer weiter auseinander, und obwohl Wohlhabende persönlich von der Armut der Bedürftigen ergriffen waren, war im 18. Jhdt. die Spendenfreudigkeit und Verantwortung der Kirche und der Herrschenden nicht mehr sehr hoch. Das aufstrebende Bürgertum hatte auch wenig Anlass zu Spenden an die Armen und so zeigten sich im Schatten der Aufklärung die ersten Vorboten der Revolution.
Text nach Pierre Riché, Die Welt der Karolinger, Seite 302
Aber wer galt in diesen Zeiten als „arm“? Neuere Forschungen haben gezeigt, daß als „arm“ nicht nur galt, „wer im Elend lebte und vom Hunger bedroht war, während sich der Reiche mit Speisen vollstopfte“. Als arm galt auch auch, wer sich vorübergehend nicht selbst versorgen konnte und von anderen abhängig war. Arm waren die Unterdrückten; von den Großen Ausgebeutete, von Steureintreibern bedrängte Pächter, Bauern in den Händen von Wucherern, Karl der Große, beklagte sich umsonst darüber, „dass viele, die bekanntermaßen Freie sind, von den Großen gewaltsam unterdrückt werden, dass freie Männer zum Heeresdienst gezwungen werden oder der Willkür von Richtern ausgesetzt sind.
Zu den „Armen“ zählte auch, wer zu jung war, um für sich selbst einzutreten, wer das Greisenalter erreicht hatte, wer den Gatten oder die Eltern verloren hatte und wer Krank oder gebrechlich war.
Wer sich freiwillig oder gezwungen von seiner gewohnten Umgebung entfernt hatte, war ebenfalls arm. So mussten z.B. Pilger unterstützt werden die ihre Heimat verließen um an einen Wallfahrtsort zu beten. Auch ein Fremder der sich im Frankreich niederlassen galt als „pauper“.
„Wir, die Armen und Pilger, sind euch vielleicht lästig und unerwünscht, weil wir so zahlreich sind. Weil wir aufdringlich sind und weil wir dringende Bitten erheben“, schreibt der Ire Dungal an den Abt von Jumièges. „Aber,“ ermahnte er ihn, „hat Gott nicht gerade euch zu unserer Unterstützung eingesetzt?“
Schließlich gehörten auch Flüchtlinge aller Art in die Kategorie der „Armen“. Karl der Kahle verbot 853 seinen Amtsträgern, die Menschen zu behelligen, die ihr Land verlassen hatten, um den Bedrückungen der Bretonen und Normannen zu entfliehen. Er forderte man solle sie gastlich aufnehmen, bis sie nach Hause zurückkehren könnten.
Einige Jahre später beauftragte der Kaiser seine Grafen, diese Flüchtlinge zu registrieren, die Namen ihrer Herrn aufzuschreiben und Ehen, die in der Wahlheimat geschlossen worden waren, so gut wie möglich zu regeln. Auf der Suche nach Beschäftigung verdingten sich diese Unglücklichen häufig als Lohnarbeiter. Sie wurden dabei aber von den Grundherrn, die ihre Mittellosigkeit ausnützten, zu Leibeigenen herabgedrückt, oder kurzerhand an irgendeinen Großen verschenkt.
Die Kirche und der König waren im späteren Regime Ancién für die Versorgung der Armen verantwortlich. Im späten Regime Ancién ging dieser Pakt zwischen Herrscher, Kirche und Volk immer weiter auseinander, und obwohl Wohlhabende persönlich von der Armut der Bedürftigen ergriffen waren, war im 18. Jhdt. die Spendenfreudigkeit und Verantwortung der Kirche und der Herrschenden nicht mehr sehr hoch. Das aufstrebende Bürgertum hatte auch wenig Anlass zu Spenden an die Armen und so zeigten sich im Schatten der Aufklärung die ersten Vorboten der Revolution.
Text nach Pierre Riché, Die Welt der Karolinger, Seite 302
1. November 2011
Der Geburtstag von Marie Antoinette
Morgen jährt sich der Geburtstag von Marie Antoinette.
Die Umstände Ihrer Geburt und die Feierlichkeiten anlässlich Ihrer Taufe habe ich schon vor einigen Jahren hier in diesem Blog online gestellt.
Der Post der alle Einzelheiten aufzählt, und von Maxime Rocheterie in seiner großen Marie Antoinette Biographie, von 1893 beschrieben wurde, ist im Titellink zu finden.
12. Oktober 2011
Der blaue Diamant von Marie Antoinette
Als die Revolution 1792 ihren Höhepunkt erreichte, wurde der Edelstein aus der königlichen Schatzkammer gestohlen und galt ab diesen Zeitpunkt als verschollen. Im Jahre 1839 tauchte dann in London ein Diamant auf dem Edelsteinmarkt auf, der später anhand seiner stahlblauen Farbe „Blue Hope“ nach seinen damaligen Besitzer Henry Thomas Hope benannt wurde.
Es wurde immer vermutet, daß der „Blue Hope“ der Stein war den Marie Antoinette trug
Das Rätsel um die Herkunft des Prunkstücks konnte Jeffrey Post, Juwelen-Kurator des Smithsonian National Museums in Washington, jetzt klären. Zusammen mit dem Diamantenschleifer Steven Attaway rekonstruierte er den verschwundenen French Blue im Computer. Dabei stützten sich die beiden auf Zeichnungen des Steins und Untersuchungsakten, die Naturkundler im Jahr 1700 angelegt hatten. "Deren Analyse und Untersuchung von Steinen, die heute noch existieren, erwiesen sich als sehr genau", sagte Post. Deshalb ist er überzeugt, dass auch die alten Daten zum French Blue verlässlich seien.
Der Hope-Diamant passt genau in den French BlueNachdem der French Blue im Computer wieder auferstanden war, vermaßen die Experten auch den Hope-Diamanten und konnten die beiden Steine vergleichen. Tatsächlich stimmten Hope und French Blue erstaunlich gut überein. "Wenn man sieht, wie der kleinere Stein in den großen passt, versteht man sofort, warum der Hope in die Form geschliffen wurde, die er heute hat", sagte Post. "Sie haben die Ecken des French Blue abgeschnitten, die Winkel an den unteren Facetten ein wenig verändert und heraus kam der Hope-Diamant." Einige Facetten seien noch heute so wie beim French Blue.
Heute wird der Wert des Diamanten auf etwa 200-250 Millionen Dollar geschätzt.
Im Film "Titanic" von James Cameron spielt ein Diamant eine wichtige Rolle, das Herz des Ozeans. Dort wird erwähnt das er mehr wert wäre als der Hope-Diamant. Doch in Wirklichkeit ist es der Hope-Diamant der dort thematisiert wird.
7. September 2011
Marie Antoinette schreibt Louise von Hessen-Darmstadt
Nach einigen freundlichen Briefen aus glücklichen Tagen, möchte ich euch den Brief vom Juli 1792 zeigen, wo die alleinige Rettung der Königin geplant war.
Marie Antoinette hat das Angebot zur Flucht ins sichere Exil abgelehnt, und ist in Paris bei ihrer Familie verblieben, obwohl ihr Leben in Gefahr war.
An die Landgräfin Louise von Hessen-Darmstadt
Juli 1792
Ihre Liebe und Ihre Sorge, Madame, haben mich bis auf den Grund der Seele gerührt. Die Person*, die zurück reist, wird Ihnen die Gründe sagen können, die sie so lange zurückgehalten haben. Er wird Ihnen auch sagen, daß ich sogar jetzt nicht wage, ihn mir zu sehen; es wäre mir indessen sehr angenehm gewesen, mit ihm über Sie, der ich innig zugetan bin, zu sprechen. Nein, meine Prinzessin, obwohl ich den ganzen Wert Ihrer Angebote schätze, kann ich sie doch nicht annehmen. Ich bin fürs Leben meinen Pflichten und den teueren Personen geweiht, deren Unglück ich teile und die, was man auch darüber sage, alle Teilnahme wegen des Mutes verdienen, mit dem sie ihre Lage ertragen. Der Überbringer dieses Briefes wird Ihnen Einzelheiten über die gegenwärtige Zeit und über den Geist des Ortes, an dem wir wohnen, geben können. Man sagt, daß er viel gesehen ha und richtig urteilt. Möge eines Tages alles, was wir tun und erdulden, unsere Kinder glücklich machen; das ist der einzige Wunsch, den ich mir erlaube. Leben Sie wohl, Prinzessin! Alles haben sie mir genommen außer meinem Herzen, das mir immer bleiben wird, um Sie zu lieben; zweifeln Sie niemals daran, denn das wäre das einzige Unglück, das ich nicht ertragen könnte. Ich küsse Sie innig. Tausend Grüße an all die Ihren. Ich bin mehr denn je stolz darauf, als Deutsche geboren zu sein.
Eigenhängi geschriebener Originalbrief der Königin; in den Darmstädter Archiven (Comte de Reiset, 43; RII., 404)
*Prinz Georg von Hessen-Darmstadt war nach dem 20. 6. nach Paris gekommen um die Rettung der Königin zu versuchen. Einzelheiten seines Planes sind nicht bekannt.
Marie Antoinette hat das Angebot zur Flucht ins sichere Exil abgelehnt, und ist in Paris bei ihrer Familie verblieben, obwohl ihr Leben in Gefahr war.
An die Landgräfin Louise von Hessen-Darmstadt
Juli 1792
Ihre Liebe und Ihre Sorge, Madame, haben mich bis auf den Grund der Seele gerührt. Die Person*, die zurück reist, wird Ihnen die Gründe sagen können, die sie so lange zurückgehalten haben. Er wird Ihnen auch sagen, daß ich sogar jetzt nicht wage, ihn mir zu sehen; es wäre mir indessen sehr angenehm gewesen, mit ihm über Sie, der ich innig zugetan bin, zu sprechen. Nein, meine Prinzessin, obwohl ich den ganzen Wert Ihrer Angebote schätze, kann ich sie doch nicht annehmen. Ich bin fürs Leben meinen Pflichten und den teueren Personen geweiht, deren Unglück ich teile und die, was man auch darüber sage, alle Teilnahme wegen des Mutes verdienen, mit dem sie ihre Lage ertragen. Der Überbringer dieses Briefes wird Ihnen Einzelheiten über die gegenwärtige Zeit und über den Geist des Ortes, an dem wir wohnen, geben können. Man sagt, daß er viel gesehen ha und richtig urteilt. Möge eines Tages alles, was wir tun und erdulden, unsere Kinder glücklich machen; das ist der einzige Wunsch, den ich mir erlaube. Leben Sie wohl, Prinzessin! Alles haben sie mir genommen außer meinem Herzen, das mir immer bleiben wird, um Sie zu lieben; zweifeln Sie niemals daran, denn das wäre das einzige Unglück, das ich nicht ertragen könnte. Ich küsse Sie innig. Tausend Grüße an all die Ihren. Ich bin mehr denn je stolz darauf, als Deutsche geboren zu sein.
Eigenhängi geschriebener Originalbrief der Königin; in den Darmstädter Archiven (Comte de Reiset, 43; RII., 404)
*Prinz Georg von Hessen-Darmstadt war nach dem 20. 6. nach Paris gekommen um die Rettung der Königin zu versuchen. Einzelheiten seines Planes sind nicht bekannt.
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Revolution
3. September 2011
Todestag von Madame Lamballe
Heute jährte sich wieder das Massaker des September 1792.
Der Sturm auf den Königspalast wenige Wochen zuvor, wo die königliche Familie gefangen genommen wurde, war blutig und forderte zahlreiche Tote. Ein Bericht der Schweizergarde ist auch schon in diesen Blog zu finden. Berühmt wurden die tagenlangen Massaker vom September 1792 durch die Lynchjustiz an Madame de Lamballe die eine persönliche Vertraute von Marie Antoinette war. Sie wurde beim Sturm auf die Tuilerien verhaftet und am 3. September 1792 öffentlich von Bürgern gelyncht. So wie sie starben in den Tagen des September 1500 Geistliche, Angehörige des Adel und andere Inhaftierte, die aus den Gefängnissen geholt und im Schnellverfahren zum Tode verurteilt oder gleich an Ort und Stelle massakriert wurden. Danton der zu dieser Zeit Minister für Justiz war, konnte das Blutbad an wehrlosen Gefangenen nicht verhindern. Obwohl die pariser Unruhen blutig verliefen, waren die menschlichen Opfer gemessen, in den folgenden Jahren der Schreckensherrschaft eher gering. In den folgenden Jahren bis zum Ende der Revolution 1799 kamen ungefähr 250 000 Franzosen gewaltsam ums Leben.
Wie wenig Revolutionäre und Angehörige des Hochadel gemeinsam hatten, zeigt die Leseprobe von Hans Freimark, der einen wunderbaren Roman über das Leben von Marie Antoinette schrieb.
Leider ist das letzte Exemplar von Amazon schon verkauft. Wer war das von euch? Aber ich habe für euch, noch ein letztes Exemplar bei ebay verlinkt, dass leider in einem sehr schlechten Zustand ist.
Im Parterre lagen die Zimmer der Königin, die des Königs im ersten Stock, Danton stieg die Treppe hinauf, gemächlich, jede einzelne Stufe mit Bedacht nehmend. Mit Interesse musterte er den Schmuck des Treppenhauses, die Gemälde, die aufgestellten Vasen, die reich Verzierung der Wände und der Decke; das muss man den Leuten lassen, sie verstanden , sich das Leben angenehm zu machen, Und mit einem Male begriff Danton, wie schwer es für Menschen gleich dem König und der Königin war, aus ihrer Welt herauszutreten und sich in die völlig veränderte Umstände zu schicken. ….
Mit gierigen Blicken sah er sich um: er wollte es sich bequem machen in diesen Räumen. Noch freilich hieß es warten und geduldig und geschickt die Fäden ziehen … Regent Danton klang nicht über und verlieh mehr Macht …
In diesen Gedanken verloren, hatte er gar nicht bemerkt, dass aus der Dianengalerie eine Dame herausgetreten war, die den staunenden Besucher verwundert und lächelnd beobachtete:
die Dianengalerie des Tuilerienpalastes auf einer historischen Fotographie aus dem 19. Jhdt
Es war die Prinzessin von Lamballe. Ein ekrüfarbiges Kleid hob den zarten Teint ihres Gesichtes und das Gekräusel venezianischer Spitzen, die den Ausschnitt säumten. Betonte die Weiße und Schönheit des schlanken Halses. Mit einer leichten, gleitenden Bewegung trat sie auf Danton zu: „Sie sind fremd, mein Herr?“ (!!)
Die unerwartete Anrede brachte den Advokaten etwas aus seinem Gleichgewicht. Er suchte nach einer Erklärung und fand sie nicht sofort. Die amüsierten Blicke seines Gegenübers verwirrten ihn. Er kam sich vor wie ein Wilder, der zum ersten Male einem Kultivierten begegnete (!!) Was war seine Gattin, was sogar Frau von St. Amaranthe gegen diese Erscheinung. Schlechte Kopien, nein, nicht einmal Kopie, verhunzte, sich selbst verhunzte Nachahmungen waren sie. Das leise Parfüm, das von dieser Frau ausging, wirkte gleich einem natürlichen, selbstverständlichen Duft. Bei Dame Amaranathe konnte man es schon an dem aufdringlichen Rosenparfüm erraten, ob sie in der Nähe war... etc. …
Das ovale Gemälde ist möglicherweise das Portrait einer jungen, unbekannten Frau, es ist aber aus der Zeit und sieht der jungen Prinzessin ähnlich.
Der Sturm auf den Königspalast wenige Wochen zuvor, wo die königliche Familie gefangen genommen wurde, war blutig und forderte zahlreiche Tote. Ein Bericht der Schweizergarde ist auch schon in diesen Blog zu finden. Berühmt wurden die tagenlangen Massaker vom September 1792 durch die Lynchjustiz an Madame de Lamballe die eine persönliche Vertraute von Marie Antoinette war. Sie wurde beim Sturm auf die Tuilerien verhaftet und am 3. September 1792 öffentlich von Bürgern gelyncht. So wie sie starben in den Tagen des September 1500 Geistliche, Angehörige des Adel und andere Inhaftierte, die aus den Gefängnissen geholt und im Schnellverfahren zum Tode verurteilt oder gleich an Ort und Stelle massakriert wurden. Danton der zu dieser Zeit Minister für Justiz war, konnte das Blutbad an wehrlosen Gefangenen nicht verhindern. Obwohl die pariser Unruhen blutig verliefen, waren die menschlichen Opfer gemessen, in den folgenden Jahren der Schreckensherrschaft eher gering. In den folgenden Jahren bis zum Ende der Revolution 1799 kamen ungefähr 250 000 Franzosen gewaltsam ums Leben.
Wie wenig Revolutionäre und Angehörige des Hochadel gemeinsam hatten, zeigt die Leseprobe von Hans Freimark, der einen wunderbaren Roman über das Leben von Marie Antoinette schrieb.
Leider ist das letzte Exemplar von Amazon schon verkauft. Wer war das von euch? Aber ich habe für euch, noch ein letztes Exemplar bei ebay verlinkt, dass leider in einem sehr schlechten Zustand ist.
Im Parterre lagen die Zimmer der Königin, die des Königs im ersten Stock, Danton stieg die Treppe hinauf, gemächlich, jede einzelne Stufe mit Bedacht nehmend. Mit Interesse musterte er den Schmuck des Treppenhauses, die Gemälde, die aufgestellten Vasen, die reich Verzierung der Wände und der Decke; das muss man den Leuten lassen, sie verstanden , sich das Leben angenehm zu machen, Und mit einem Male begriff Danton, wie schwer es für Menschen gleich dem König und der Königin war, aus ihrer Welt herauszutreten und sich in die völlig veränderte Umstände zu schicken. ….
Mit gierigen Blicken sah er sich um: er wollte es sich bequem machen in diesen Räumen. Noch freilich hieß es warten und geduldig und geschickt die Fäden ziehen … Regent Danton klang nicht über und verlieh mehr Macht …
In diesen Gedanken verloren, hatte er gar nicht bemerkt, dass aus der Dianengalerie eine Dame herausgetreten war, die den staunenden Besucher verwundert und lächelnd beobachtete:

die Dianengalerie des Tuilerienpalastes auf einer historischen Fotographie aus dem 19. Jhdt
Es war die Prinzessin von Lamballe. Ein ekrüfarbiges Kleid hob den zarten Teint ihres Gesichtes und das Gekräusel venezianischer Spitzen, die den Ausschnitt säumten. Betonte die Weiße und Schönheit des schlanken Halses. Mit einer leichten, gleitenden Bewegung trat sie auf Danton zu: „Sie sind fremd, mein Herr?“ (!!)
Die unerwartete Anrede brachte den Advokaten etwas aus seinem Gleichgewicht. Er suchte nach einer Erklärung und fand sie nicht sofort. Die amüsierten Blicke seines Gegenübers verwirrten ihn. Er kam sich vor wie ein Wilder, der zum ersten Male einem Kultivierten begegnete (!!) Was war seine Gattin, was sogar Frau von St. Amaranthe gegen diese Erscheinung. Schlechte Kopien, nein, nicht einmal Kopie, verhunzte, sich selbst verhunzte Nachahmungen waren sie. Das leise Parfüm, das von dieser Frau ausging, wirkte gleich einem natürlichen, selbstverständlichen Duft. Bei Dame Amaranathe konnte man es schon an dem aufdringlichen Rosenparfüm erraten, ob sie in der Nähe war... etc. …
Das ovale Gemälde ist möglicherweise das Portrait einer jungen, unbekannten Frau, es ist aber aus der Zeit und sieht der jungen Prinzessin ähnlich.
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