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15. Oktober 2007

Das Archiv der Anekdoten, Aussprüche und Begebenheiten mit Marie Antoinette

Im Jahre 1777 hat sich Baron Besenval, Höfling und guter Bekannter von Marie Antoinette, erdreistet, in einer privaten und intimen Atmosphäre, ihr einen unsittlichen Antrag zu machen.
Marie Antoinette antwortete:

Stehen sie auf, Herr Baron! der König soll nie diesen Fehler erfahren, der Sie leicht auf immer in Ungnade bringen könnte.

Der Baron sei erblasst und habe einige Entschuldigungen hervorgestottert, sie aber ist aus dem Zimmer hinausgegangen, ohne mit ihm eine Wort weiter zu sprechen und sie redete seitdem mit ihm fast gar nicht.
Bei dieser Gelegenheit fügt die Königin noch die Worte hinzu:

Es ist höchst angenehm, Freunde zu haben; aber in meiner Lage ist es sehr schwer, dass einem die Freunde dieser Freunde ebenso behagen.

aus den Memoiren der Madame Capman
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Von Straßburg begab sich die Dauphine nach Baverne, wo sie im bischöflichen Schlosse Wohnung nahm. Kardinal Rohan stellte ihr dort eine alte Frau von 105 Jahren vor, die nie krank gewesen war. „Prinzessin,“ sagte diese Frau auf deutsch, „ich wünsche vom Himmel, dass sie ebenso lange und ebenso gesund leben mögen, wie ich.“

„Auch ich wünsche es,“ antwortete die Dauphine,
„wenn es zum Glücke Frankreichs gereicht.“

Nachdem sie ihr die Hand zum Kusse gereicht, ließ sie ihr eine Geldsumme einhängigen.



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Im Jahre 1777 hat sich Baron Besenval, Höfling und guter Bekannter von Marie Antoinette, erdreistet, in einer privaten und intimen Atmosphäre, ihr einen unsittlichen Antrag zu machen.


Marie Antoinette antwortete:

Stehen sie auf, Herr Baron! der König soll nie diesen Fehler erfahren, der Sie leicht auf immer in Ungnade bringen könnte.

Der Baron sei erblasst und habe einige Entschuldigungen hervorgestottert, sie aber ist aus dem Zimmer hinausgegangen, ohne mit ihm eine Wort weiter zu sprechen und sie redete seitdem mit ihm fast gar nicht.

Bei dieser Gelegenheit fügt die Königin noch die Worte hinzu:

Es ist höchst angenehm, Freunde zu haben; aber in meiner Lage ist es sehr schwer, dass einem die Freunde dieser Freunde ebenso behagen.

aus den Memoiren der Madame Capman
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„Ich werde so wenig Fehler begehen, als ich kann,“ sagte Marie Antoinette einmal zu Mercy; „sollten mir deren zustoßen, so werde ich es immer zugeben.“

Ihr Geist, früher zerstreut und unstet, trachtete aufrichtig, sich mit ernsten Dingen zu befassen. Ihr Verstand, der die Geschäfte vortrefflich begriff, aber übermäßig fürchtete, begann sich ein wenig zu den mannigfachen politischen Verwicklungen zu bequemen.

Mit gerechtem Stolze konnte sie eines Tages zu ihrem treuen Ratgeber sagen, ohne dass dieser irgendeine Einwendung machen konnte:

„Sie müssen zugeben, daß ich mich in sehr vielen Punkten gebessert habe.“


Mercy an Maria Theresia, Juni 1773 und August 1773



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„Über welches Volk wünschest du zu regieren?“ sagte eines Tages Maria Theresia zu Marie Antoinette – „Über die Franzosen,“ antwortete lebhaft das Kind, „über diese haben Heinrich IV. und Ludwig XIV., die Güte und die Größe geherrscht.“ – Die Antwort war glücklich, und die Kaiserin war so entzückt davon, dass sie dem französischen Botschafter bat, sofort dem Könige, seinem Herrn, zu übermitteln. Die Wünsche der Tochter standen also im Einklang mit der Politik der Mutter hinsichtlich einer Verbindung, die nicht minder der König von Frankreich wünschte,

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Die Übergabe der Erzherzogin in der Mitte des Rhein.

Auf einer Insel inder Mitte des Flusses erhob sich ein Pavillon, der für die Zeremonie der sogenannten „Übergabe“ (remise) bestimmt war. Hier sollte die Prinzessin aus der Obhut des österreichischen Hofstaates in jenes des französischen übergehen.
Infolge eines sonderbaren Missgriffes stellte das in der Gerätekammer der Krone zur Dekorierung des Raumes, der zum erstenmale die junge Frau, die ihrem Gatten entgegen zog, unter einem französischen Dache beherbergen sollte, gewählte Tapetenwahl das unglückliche Verhältnis und blutigen Streitigkeiten zwischen Jason und Medea, also das Beispiel der unheilvollsten Verbindung vor, die nach der Sage je existiert hat. Seltsames Gemälde und noch seltsamerer Willkommen!
Goethe, damals Student in Straßburg, war beim Anblick dieser Behänge wie von einer düsteren Ahnung betroffen, und war versichert, daß auch die Erzherzogin, sie bemerkend, ihren Schrecken nicht bemeistern konnte:

„Ah!“ rief sie, „welche Vorbedeutung!“
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Am 12. fuhr Marie Antoinette durch die Krönungsstadt Reims,

„Das ist,“ sagt sie artig, „die Stadt Frankreichs, die ich so spät als möglich zu sehen wünsche.“


Anm.:
Louis XV: war zu dieser Zeit König von Frankreich, und erst nach seinem Tod, zur Krönung von Louis XVI. wurde diese Stadt zur Krönungszeremonie wieder von Marie Antoinette aufgesucht.
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Während der Karwoche 1769 verbrachte Marie Antoinette drei Tage mit Exerzitien:
Am Ende dieser anstrengenden Prozedur sagte sie zu Abbé de Vermond:

Ich hätte vielleicht mehr Zeit nötig, um Ihnen alle meine Gedanken darzulegen.


Während der Karwoche 1769 verbrachte Marie Antoinette drei Tage mit Exerzitien:
Am Ende dieser anstrengenden Prozedur sagte sie zu Abbé de Vermond:

Ich hätte vielleicht mehr Zeit nötig, um Ihnen alle meine Gedanken darzulegen.

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Einige Meilen vor Chalons näherte sich ein alter Landpfarrer, umgeben von seiner ganzen Pfarre, dem Wagen der Dauphine, um sie zu begrüßen. Er hatte als Vorspruch seiner Ansprache folgende Wort aus dem Hohenliede: "Pulchra es et formosa" (Schön bist du und hold) gewählt. Aber der Anblick der Prinzessin, die Aufregung, die Überraschung verwirrten in derrmaßen, daß es ihn unmöglich war, über seine Vorspruch hinauszukommen. Umsonst suchte er den Faden wieder zu gewinnen, das Gedächnis ließ ihn hartnäckig im Stich. Maie Antoinette bemerkte es, und um der Verlegenheit des wackeren Mannes ein Ende zu machen, nahm sie aus seiner Hand mit einem reizenden Dankeslächeln den ihr dargebotenen Strauß. "Ach Madame," rief der gute Pfarrer, der zwar nicht seine Ansprache, aber doch seine Geistesgegenwart wieder gewann, "wundern Sie sich nicht über mein schwaches Gedächtnis; bei Ihrem Anblicke hätte Salamon seine Anrede vergessen und an seine Ägypterin gedacht."


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Während der Reise der jungen Marie Antoinette nach Frankreich fragte eine der Hofdamen auf indiskrete Art:

„Ist es Ihnen sehr darum zu tun, den Monseigneur Dauphin zu sehen?“

Marie Antoinette erwidert im würdevollen Ton:

“Madame in fünf Tagen bin ich Versailles, am sechsten werde ich Ihnen leichter antworten können.“

Nach dieser Lektion nahm sie wieder ihre heitere und wohlwollende Miene und führte das Gespräch weiter.
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Es war in Wien ein strenger Winter; alle Arbeiten waren eingestellt, das Elend groß. als man eines abends in der Hofburg im Familienkreis davon sprach, trat die kleine Marie Antoinette zu ihrer Mutter, überreichte ihr eine Schachtel und sagt:
"Da sind 55 Dukaten, alles, was ich habe; erlauben Sie, daß man sie unter diese Unglücklichen verteile."
Marie Theresia nahm die Spende an, fügte zu den Erparnissen ihrer Tochter eine bedeutende Summe bei und überließ dem mildtätigen Kinde selbst die Verteilung des Ganzen.

"Mémoires de Weber" p. 12.
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11. Oktober 2007

1777 - Joseph II. besucht Frankreich






















Trotz der anfänglichen Geheimhaltung verursachte der Besuch des Kaisers große Aufregung in Paris. Die Franzosen waren begeistert von diesem unscheinbaren, einfachen leutseligen Mann, der so ganz anders war als ihre eigenen unnahbaren und extravaganten Herrscher.
Das Besichtigungsprogramm Josephs war ungemein reichhaltig. Er war rastlos tätig und ungeheuer wissbegierig, Immer wieder staunte er über das Entgegenkommen, das er überall fand, Alle militärischen Einrichtungen und Festungswerke wurde ihm zur Besichtigung freigegeben, er erhielt detaillierte Angaben über die Marine und das Land.
Eine der wichtigsten Persönlichkeiten, die Joseph auf dieser Reise traf, war der damals gestürzte Controlleur Anne-Robert-Jaques Turgot, der mit seinem physiokratischen System offenbar eine Anzahl später Reformen Josephs beeinflusste. So hat Turgot Die Aufhebung der Robot und der Zünfte sowie die Freiheit des Binnenhandels mit Getreide und anderen Lebensmittel vorgeschlagen.
Die Vorschläge Turgots zur Einführung der Toleranz, für ein staatliches Erziehungswesen, für die Selbstverwaltung der Gemeinden und eine physokratischen Grundsteuer sind in Frankreich nicht zur Anwendung gekommen, enthalten aber manche Reformpläne, die Joseph II. in Österreich und sein Bruder Leopold II. in der Toskana verwirklicht haben.
Großen Eindruck machte der Bankier Jaques Necker auf den Kaiser, denn noch Jahre später dachte Joseph an den Besuch bei ihm. Nach dem Sturz Neckers im Jahre 1781 wollte der Kaiser den berühmten Finanzmann sogar nach Österreich verpflichten, doch lehnte der Schweizer aus persönlichen Gründen ab.
Das größte und berühmteste Spital Frankreichs, das Hotel Dieu in Paris, wurde vom Kaiser schon am 21. April besucht, ohne daß er davor zurückschreckte, daß dort auch Menschen mit ansteckenden Krankheiten behandelt wurden. Joseph erschien nach seiner Gewohnheit unangemeldet und fand weder Ärzte noch Chirurgen im Dienst vor, nicht einmal in der Gebärabteilung waren solche anwesend, Er tadelte die niederen und dumpfen Säle, den Umstand, daß die Kranken oft zu dritte oder zu viert in einem Bett lagen, auch Aufsicht und Sauberkeit gefielen ihm nicht. Dem Kaiser wurde eine Liste von 2882 Personen, die an diesem Tag das Krankenhaus füllten, übergeben, und er beschenkte das Spital reichlich, obwohl er einen ungünstigen Eindruck hatte. Die Erlebnisse haben auf ihn aber so nachhaltig gewirkt, daß der Bau des Wiener Allgemeinen Krankenhauses im Jahre 1783 nach dem Plan des Hotel Dieu in Angriff genommen werden könnte.
Daneben besichtigte Joseph II. den Botanischen Garten, bewunderte die Sammlung und das Naturalienkabinett.
Bei dieser Gelegenheit weise ich auf eine Anekdote hin, die Erzherzog Maximilian der jüngsten Bruder von Joseph verursacht hat.
Bei dessen Besuch, Jahre zuvor hat der berühmte Botaniker Buffon dem jungen Erzherzog Maximilian wertvolle Bücher mit seinen Werken als Geschenk überreicht.
Maximilian hat sich mit einer Ausrede, er möge ihn nicht um solch wertvollen Bücher berauben aus der Affäre gezogen. Vermutlich wollte er bloß keine schweren Bücher mit auf die Reise nehmen.
Dieser Fauxpas wurde öffentlich und drang bis nach Wien.
Joseph hat bei seinem Besuch in Paris, Buffon höflich gefragt, ob er die Bücher die sein Bruder „vergessen“ habe nicht mitnehmen könne.
Der Kaiser hinterließ ohne Zweifel in Paris einen besseren Eindruck als amtlich in Versailles. Dort war man ihm böse, weil er die Etikette vernachlässigte. Seine einfache Kleidung und sein Betragen bildeten einen scharfen Gegensatz zur Eleganz am glänzenden und zeremoniell geprägten Hof zu Versailles.
Joseph II. war über den Wohlstand und den Anblick der blühenden Provinzen in Frankreich erstaunt und hat nach seiner Rückkehr einige Institutionen und Anstalten im sozialen und staatlichen Bereich nach französischem Vorbild reformiert.