10. März 2008

Musik am Französischen Hof - Teil II






AM HOF
LOUIS XV. & XVI.





Erst mit dem Einzug Louis XV in Versailles (man hatte den Palast nach dem Tode Louis XIV verlassen) nahm die Hofmusik einen neuen Aufschwung.
Oberhofmeister wurde André Cardinal Destouches, doch in Paris machte ein anderer Mann von sich reden:
Jean Philippe Rameau, er war eigentlich Organist und Musiktheoretiker, dann im alter von 50 Jahren brachte er eine Oper auf die Bühne „Hippolyte et Aricie“, diese Oper war so neuartig und doch zutiefst französisch, dass sie einen Skandal herauf beschwörte.

Doch die Entrüstung schlug bald um in Begeisterung und man führte seine Werke genauso oft auf wie die von Lully und Campra.


Aufführung des Prunkballetts "La Princesse de Navarre" von Rameau zur Hochzeit des Dauphins dem Vater Louis XVI.

1745 hatte Rameau Gelegenheit gleich mit mehreren Werken den Hof zu beehren.
Der König war begeistert und nahm ihn in die königliche Kammer auf.
Zu dem Ballett „Le Temple de la Gloire“ schrieb sogar Voltaire das Libretto, doch der König würdigte ihn keines Blickes.

Neben Rameau stieg noch ein weitere Musiker in höchste Gunst auf:
Jean Joseph Cassanea de Mondonville wurde zum Liebling der Pompadour, sie sang sogar einige Rollen in seinen Pastoralen.

Paris wurde allerdings erneut durch einen musikalischen Schock erschüttert: Eine italienische Truppe war in der Stadt und spielte eine kleine komische Oper von Pergolesi „La serva Padrona“ (Die Magd als Herrin) da hier der Adel verspottet wurde fand dieses Werk großen Anklang bei den Philosophen und gebildeten Bürgen, allen voran Jean Jacques Rousseau.

Man trug fast einen Religionskrieg in Sachen Musik aus, welcher Stil nun der bessere sei, der französische oder der italienische. Doch schon längst versuchten viele Komponisten Europas die beiden Musikstile zu vermischen.

Rameau wurde zur Galionsfigur der französischen Partei, doch war ihm das sichtlich unangenehm. Dieser Musikstreit sollte das Volk und den Hof auf kultureller Ebene für immer auseinander bringen.
Denn der König verbot die Aufführung italienischer Opern.
Im Concert Spirituel das von der Familie Philidor (ebenfalls eine berühmte Musikerdynastie am Hofe) gegründet wurde war es seit der Gründung üblich zwischen den großen Motetten Lullys, Campras und Delalandes italienische Concertos und Sonaten aufzuführen.
So wurden hier Vivaldis 4 Jahreszeiten mit großem Erfolg gegeben und Georg Philipp Telemann, der berühmteste deutsche Komponist der Epoche hatte hier mehrere Auftritte.

Der kleine Mozart spielte sogar vor der königlichen Familie, später sollte er sich um eine Organistenstelle am Hof bewerben, doch wegen mangelnder Qualifikation wurde er abgelehnt....

Der Musikstil unter Louis XV blieb erzkonservativ. Während in Europa langsam die modernen Symphonien entstanden spielte man hier noch immer im alten französischen Stil.
Und so muss die Dauphine Marie Antoinette nicht schlecht gestaunt haben als zu ihrer Hochzeit im Opernhaus von Versailles die alte Tragödie „Persée“ von Lully aus dem Jahre 1682 gegeben wurde.

AM HOFE LOUIS XVI UND MARIE ANTOINETTES

Doch mit dem Tode Louis XV sollte sich einiges ändern, Louis XVI war weniger in Musik vernarrt als seine Vorgänger und Marie Antoinette bevorzugte lieber das außergewöhnliche als das Niveauvolle...

Doch mit Marie Antoinette kam auch ihr ehemaliger Cembalolehrer nach Paris, Christoph Willibald Gluck. Hier führte er seine erfolgreichsten Werke auf:
Die französische Fassung von „Orfée et Euridice“ „Iphigenie en Aulide“ „Alceste“ und „Armide“. Außerdem komponierte ein pompöses Ballett für die Hochzeit Louis XVI und Marie Antoinette.




Frankreich öffnete sich mehr und mehr den europäischen Musikeinflüssen und so wurde Paris trotz der konservativen Haltung des Hofes das neue Zentrum der Symphonie in Europa. (Diese Stellung gab die Stadt erst mit der Zunahme der Unruhen an Wien ab).
Franz Josef Haydn spielte hier seine 6 Pariser Symphonien.

Ein Abenteurer aus der neuen Welt wurde der Oberhofmeister der Musik der Königin: Jean Joseph Boulogne Chevalier de Saint Georges, ein Nachkomme von Sklaven, jetzt Offizier, Degenheld und der Schwarm der Frauen.

Antoine Dauvergne wurde von Louis XVI zum Oberhofmeister der Musik ernannt, doch der wahre Star war André Modeste Grétry, der in Paris und am Hof heitere Opern gab die sogar den Erfolg von Gluck in den Schatten stellte. Aber auch berühmte Italiener waren hier zu Gast Antonio Salieri und Antonio Sacchini komponierten einige Opern für den Hof in Versailles.

Mit der Auflösung des Hofes brach auch das kulturelle Leben zusammen. Die Schreckensherrschaft legte eine solche Zensur an den Tag, dass es einigen Komponisten den Kopf kostete weil ein König in ihren Opern auftrat...

Der Text entstammte der Feder "Duc de Berry`s",
entnommen dem letzten, wahren Marie Antoinette Forum

Zum Originaltext im Marie Antoinette Forum

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

blbla bla langweilig !
habt ihr nicht mehr außer musik ?

Martin hat gesagt…

Lieber Unbekannter Niemand!
Vielen Dank für Deine Kritik.
Da ich in der Französischen Musik nicht so versiert bin, habe ich bloß einen groben Überblick gegeben. Es gäbe wesentlich mehr zu schreiben, um die Fülle der Werke dieser Zeit wiederzugeben.
Da Ihnen dabei langweilig ist, dafür kann ich nix.
Vielleicht mal in eine französische Oper reinhören oder ein Musikstück von Lully oder Rameau auf you tube öffnen.
Wenn dann die Musik noch immer "langweilig" ist, sollte man das Genre wechseln und was anderes hören.

LG


Martin