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7. März 2008

Musik am Französischen Hof - Teil I









AM HOF
LOUIS XIII & LOUIS XIV













Die Musik spielte seit je her eine wichtige Rolle am französischen Hof, vielleicht mehr als an jedem andern Hof in Europa.
Das höfische Ballett, indem zuerst nur die männlichen Adligen tanzten wurde zu einem der wichtigsten Repräsentationsmittel und was die höfischen Tänze angeht, so war auch hier der frz. Hof stilbildend.

Ganze Generation von Musikern, Komponisten Tanzmeistern und Instrumentenbauern standen in Diensten der Bourbonen.

Louis XIII war es der die "24 Violons du Roi" gründete, das erste feststehende Orchester Europas!
Er war nicht nur Musikbegeistert sondern selbst ein talentierter Komponist der einen sicheren Geschmack bei der Auswahl seiner Hofmusiker besaß.
Louis XIII tanzte oft Ballett und er selbst komponierte auch ein eigenes Hofballett.

Das "Ballet de Cour" ist allerdings nicht mit dem modernen Ballett zu vergleichen. Denn neben den Balletten selbst (bestehend aus dem Entrée, dem eigenetlichen Tanz und dem Abgang) gab es noch Chorszenen, die beliebten "Airs de Cour" (Lautenlieder) und rezitierte Poesie. Dann natürlich die prächtigen Kostüme und Dekors der Bühne.
Dazu kam noch eine aufwendige Bühnenmaschinerie.


In Italien entstand gerade die Oper. In Florenz hatte man im Hause des Grafen Bardi mehr durch Zufall die erste Oper (Daphne von Jacopo Peri) erschaffen. Die zweite Oper dieser Art (Euridice ebenfalls von Peri) wurde zur Hochzeit von Henrich IV von FRankreich und Maria de Medici aufgeführt. Doch in Frankreich konnte man diesem neuen Spektakel nicht so recht etwas abgewinnen.

Erst in der Zeit der Regentschaft des Kardinals Mazarin und der Mutter des Sonnenkönigs Anna von Österreich wurden die ersten italienischen Opern in Paris aufgeführt - vornehmlich von Luigi Rossi (Orfeo) und Francesco Cavalli (Xerse / Ercole amante).

Doch noch immer streubte sich vor allem der Adel und der junge König gegen diese Art Unterhaltung, allein die neuen Bühnenmaschinen von Torelli begeisterten.
In dieser Zeit kam auch ein Knabe aus Florenz an den frz. Hof.
Giovanni Battista Lulli war Sohn eines Müllers und schloß sich dem Gefolge der Mademoiselle de Guise an. Er sollte bei ihr als Dollmetscher arbeiten, wurde dann am Hof zum Küchenjunge und zum Kammerdiener.
Er erhielt seine ersten Musikunterricht und zeigte ernormes Talent.

Er schloß Freundschaft mit dem jungen Louis XIV und nach niederschlagung des Fronde-Aufstandes komponierte er einige Passagen in dem "Ballet Royal de la Nuit"
Hier trat Louis XIV zum ersten Mal als die Sonne auf.

In der Folgezeit komponierte er weitere Ballette jetzt ohne die Beteiligung der alten Meister die den Aufstieg des jungen italieners mit argwohn betrachteten.



Eine sehr informative Seite zu Lully mit etlichen Bildern und Musikbeispielen:
http://sitelully.free.fr/

Er wurde zum Hofkomponisten ernannt und zum Komponisten der königlichen Familie. 1661 nach dem Tode Mazarins übernahm Louis XIV die Regierung und seine erste Amtshandlung war die Gründung der königlichen Akademie der Musik und des Tanzes.
Der Sonnenkönig war so Musikbesessen, dass ihm eine Gruppe von Streichern überall hin folgen musste.
Lully wurde Franzose und Oberhofmeister der Musik, von nun an nannte er sich Jean Baptiste Lully.
1660 hatte Louis XIV die spanische Infantin Maria Theresia geheiratet zu diesem Anlass wurde die Prunkoper "Ercole amante" von Cavalli gegeben, Lully komponierte die Ballettmusik. Der König tanzte hier zum zweiten Mal die Rolle der Sonne und das brachte ihm den Spitznamen "Sonnenkönig" ein. Die Oper wurde indes kühl aufgenommen.

Das berühmte Fest in Vaux fand statt, dort erregte der Finanzminister Fouquet den Zorn des Königs da dieser sich auf Kosten der Staatskasse einen Palast erbauen ließ, der alles bis dahin dagewesene in den Schatten stellte. Aber hier fand auch eine besondere Zusammenarbeit zwischen Lully und dem berühmten Molière statt.
Die Ballettkomödie wurde geboren.
(Man hatte zuwenig Schauspieler, um den Darstellern genug Zeit zu geben sich umzuziehen wurden kleine Ballette eingeschoben - es war ein riesen Erfolg).

Louis XIV entschloss sich Versailles auszubauen, besonders der Park sollte vergrößert werden. In nur einigen Jahren wurde die Pracht von Vaux übertroffen und mit dem Fest "Les Plaisirs de l'Isle enchantée" wurde der frz. Hof mit einem Schlag zum Strahlendsten Platz Europas.
Das Fest gehört zu den bedeutendsten Festen in der Geschichte von Versailles, es dauerte 7 Tage und es wurden mehrere Ballette von Lully gegeben, zwei Ballettkomödien von Lully und Molière und eine Lotterie.
Der Höhepunkt war die Zerstörung des Palastes der Alcina, ein Staffagebau der auf einer künstlichen Insel im Kanal von Versailles angelegt war.

Bis 1671 arbeite Lully mit Molière zusammen, ihre Werke wurden in ganz Europa berühmt.
In dieser Zeit wurde von Robert Cambert die erste frz. Oper "Pomone" auf die Bühne gebracht, Lully beobachtete den Erfolg des Werkes mit großem Neid.
Er war Zeitlebens ein Intrigant gewesen und so stürzte er Cambert in den Ruin, als dieser im Gefängnis saß versprach Lully ihm die Freiheit wenn er ihm die Opernrechte überließ.

Lully überwarf sich mit Molière und die einstigen Freunde trennten sich im Streit, Molière starb 1673 auf der Bühne in der Rolle seiner letzten Komödie "Der eingebildete Kranke".

Lully indes verschwendete keine Zeit und brachte seine erste Oper auf die Bühne "Cadmus et Hermione", hier entwickelte er das "Air de Cour" zu ganz eigenen frz. Rezitativen um, und gab den Ballettszenen und Chören großen Raum.
Im Gegensatz zu den Ballettkomödien griff er nun wieder auf die Thematik der alten Ballette zurück: die griechische Mythologie.

Jedes Jahr folgte nun eine große Oper, auch auf dem Gebiet der geistlichen Musik setzte er Maßstäbe.
Sein Musikstil wurde in ganz Europa nachgeahmt und er hatte Schüler aus allen Teilen Europas.
Doch 1685 begann sein Stern zu sinken.
Madame de Maintenon die neue geheime Gemahlin des Sonnenkönigs brachte den König dazu Lully für sein ausschweifendes Leben zu tadeln.
Er viel in Ungnade.

1687 dirigierte er sein Te Deum um die Genesung des Königs zu feiern, doch Lully, ein temperamentvoller Mann, stieß den langen Taktstab mit dem er den Takt auf den Boden hämmerte in seinen Fuß. Die Wunde entzündete sich bald und Lully starb an Wundbrand.

Die Hofmusik war indes ein großes Vorbild für Europa geworden.
Man hatte die Musiker (300 an der Zahl) in große Sektionen eingeteilt:
die "24 Violinen des Königs", das große Orchester mit der Untersektion "La Petite Bande" welche Lully persönlich unterstand,
die "Chambre du Roi" hier wurden nur die absoluten Spitzenmusiker aufgenommen, die Chapelle Royale mit ihren 2 Chören die im Schichtbetrieb Dienst hatten und mit 4 Sous Maitres die Quartalsmäßig Dienst hatten und die "Grande Ecurie de Versailles" mit der Untersektion "La Bande des Hautbois du Roi" hier waren die Blasinstrumente vertreten und hier wurde hauptsächlich zeremonielle bzw. Militärmusik gespielt.

Diese Einteilung blieb bis zur Auflösung des Hofes von Versailles unverändert.

Nachfolger Lully wurde Michel Richard Delalande der sich vor allem auf dem Gebiet der Kirchenmusik verdient machte.
André Campra wurde in dieser Zeit zum beliebtesten Opernkomponisten, er schuf eine neue Form des Ballett de Cour, das „Opera Ballet“ „L’Europe Galante“ ist das erfolgreichste Werk von ihm.

In den letzten Jahren des Sonnenkönigs nahm auch die Kammermusik an Bedeutung zu, denn der König bevorzugte nun die intimeren Kammerkonzerte, meistens von Francois Couperin seinem Cembalomeister geleitet. Bei diesen Konzerten waren meist nur er und Madame de Maintenon anwesend.

Nach dem Tode des Sonnenkönigs übernahm der Regent, Philippe d’Orlèans die Regierung, da Louis XV noch zu jung war. Der Musikstil blieb unverändert.

Der Text entstammte der Feder "Duc de Berry`s",
entnommen dem letzten, wahren Marie Antoinette Forum
Zum Originaltext im Marie Antoinette Forum

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