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26. Januar 2009

Etikette und Umgangsform


Der allgemein im 18. Jahrhundert noch herrschende Umgangston würde uns wohl heute sehr befremden. Auf der einen Seite im Verkehr mit Hochstehenden eine Etikette, die bei der Aufwartung vor Kaiser und Kaiserin die spanische Reverenz verlangte, daß heißt ein Niederfallen auf beide Knie, und die Gande zum Handkuß gewährt zu bekommen.
Anderseits eine Rücksichtslosigkeit gegen Gleichberechtigte oder Niederstehende.
Bei Audienzen z.B dem Lever durfte nur der König einen Armsessel mit Armlehen benutzen ausgenommen es war ein anderes gekröntes Haupt anwesend, Die Königliche Familie auf Sesseln ohne Armlehen und Prinzen und Prinzessinen auf einfachen Hockern, alle anderen Personen blieben stehen.
Erst das häufige Zusammenkommen der Geschlechter verfeinerte die Sitten. Auch gab Frankreich das Vorbild. Die schöngeistigen Pariser Salons, die berühmt gewordenen Buraux d'esprit der Damen Tencin, Geoffrin, Lespinasse, du Effand und andere, die in ihren geselligen Zusammenkünsten die geistreichsten Männer mit den schönsten Frauen zusammenführten, gaben den Ton einer verfeinerten Gesellschaft an, die in ganz Europa bewundert und nachgeahmt wurde.

Am Französichen Hof wurde durch Marie Antoinette die Etikette nach obigen Vorbild gelockert. So waren gemeinsame Mahlzeiten unter den Verwandten der Königlichen Familie ihre Idee.
Das Händeschütteln am Französichen Hof wurde erst durch die Engländer bekannt. Marie Antoinette war recht amüsiert wenn sich englische Damen und Herren die Hände geschüttelt haben.
Marie Antoinette hat die Etikette etwas gelockert und insbesondere in Petit Trianon einfache Umgansformen mit ihren Vertrauten gepflegt. Aber da hatten nur wenige Personen Zutritt. In der Öffentlichkeit und bei Hof waren Berührungen zwischen den Geschlechterrn verpönt, allerhöchstens das Berühren der Fingerspitzen. Auch da hat Marie Antoinette durch Händchen halten mit Louis Auguste ein Vorbild gegeben.