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14. Januar 2010

Die Gärten der Marie Antoinette




Petit Trianon und die botanischen Gärten Ludwig XV. war das Rückzugsgebiet des alternden Königs, der in den letzten Jahren hier einige Glashäuser mit seltenen botanischen Pflanzen unterhielt. Mit seinen Freund den Gardekapitän Herzog von Ahen botanisierte er von 1771 – 1774. Linné der bekannte Botaniker sagte über Louis XV., "Er sei der geschickteste Gärtner Europas - ".
Nach dem Tod des Königs wurde das Petit Trianon von Marie Antoinette ab 6. Juni 1774 in Besitz genommen, bald sollte kein Strauch und kein Baum mehr an seinem Platz bleiben. Die Glashäuser wurden abgerissen und die strenge französische Gartengestaltung wurde durch die moderne englische Architektur ersetzt.
Vorbilder in dieser Zeit waren die Gärten von Horace Walpole in England, der Prinz von Ligne in Belgien, in Frankreich hohe Persönlichkeiten wie Bontin in Tivoli, Laborde in Marseille, der Herzog von Orléans in Monceau.
Die Königin beschloß, den ihrigen in Trianon zu haben, der botanische Garten von Louis XV. wurde geopfert, die Pflanzen und Heilkräuter wurden in den königlichen Garten übertragen, und so war der Platz frei für die neue Schöpfung der Souveränin. Am 23. Juli 1774 besuchte Marie Antoinette den Garten des Marquis Le Nôtre de Garaman, eines hervorragenden Amateurs und geschickten Zeichners, in der Rue Saint-Dominique zu Paris, blieb dort neuenzig Minuten, fand alles reizend, bezauberte selbst jedermann und ersuchte den glücklichen Hausherrn um seine Ratschläge für Trianon.
Unter seinem Einfluß entwarf der Architekt Mique den Plan, welchen Anton Richard, Sohn und Nachfolger von Claude Richard, ausführte. Mit seltenen Talent gelang es ihm die bestehenden exotischen Schätze in seine architektonische Planung einzubeziehen.
Nur Marie Antoinette begenügte sich nicht mit den bestehenden Gewächsen, sondern sie ließ fortwährend neue Pflanzungen vornehmen, vermehrte die Sammlungen, ließ an alle bekannten Länder einen Aufruf ergehen, und die überseeischen Forscher erhielten den Auftrag, ihr von ihren Reisen Pflanzen mitzubringen. 800 Arten zierten den Park. Der Ruhm von Klein-Trainon, sage Arthur Young, sind die exotischen Bäume und Sträucher. Die ganze Welt wurde in Aufregung versetzt um den Park zu schmücken.
Italien sandte sein Steineichen, Arabien seine Balsamtannen, Virginia seine Robinien, China sein rosenroten Akazien, Amerika seine unzähligen Arten von Eichen- und Nußbäumen.
Abbé Nolet, Williams, Moreau de la Rochette beschreiben 239 Arten von Bäumen und Sträucher, die allein Nordamerika für Trianon geliefert hatte. Die Arten mit ständigen Blättern waren vorherrschend, die Königin wollte auch im Winter das Grün.
Korsische Fichten, grüne Eichen aus der Provence, kretische Zypressen, Melonenbäume aus den Pyrenäen vereinen ihr dunkles Laub mit den farbensatten Purpurbuchen und den helleren Tönen der Sophoras und der Tulpenbäume. Jussieu fertigte das Verzeichnis der Bäume an, Bonnéfoy überwachte die Anpflanzung, die Königin sah nach, wie sie trieben und blühten, ließ in ihrer Gegenwart die Zeder von Libanon begießen, die Jussieu gepflanzt hat, und unter ihren Augen, zu Trianon, öffnete die Robinia zum erstenmal in Frankreich ihre duftigen Trauben. Immer und überall Blüten: im Frühling der Flieder, dieser Liebling des Grafen von Artois, der ihn in Bagatelle anbaute, Federharzbäume und Tuberosen...Die Beete füllen sich mit den wunderbarsten Raritäten von Iris, Tulpen, holländischen Hyacinthen.
Orangenbäume erfüllten die Luft mit balsamischen Duft, ihre Blüten hüteten die Gärtner während der Nacht mit eifersüchtiger Sorgfalt; die Königin verkaufte die Ernte, 30 Pfund in schlechten Jahren, 60 in guten Jahren, 78 sogar im Jahr 1780.


T.e. Maxime de Rocheterie Seite ff.224-225

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