12. Oktober 2011
Der blaue Diamant von Marie Antoinette
Als die Revolution 1792 ihren Höhepunkt erreichte, wurde der Edelstein aus der königlichen Schatzkammer gestohlen und galt ab diesen Zeitpunkt als verschollen. Im Jahre 1839 tauchte dann in London ein Diamant auf dem Edelsteinmarkt auf, der später anhand seiner stahlblauen Farbe „Blue Hope“ nach seinen damaligen Besitzer Henry Thomas Hope benannt wurde.
Es wurde immer vermutet, daß der „Blue Hope“ der Stein war den Marie Antoinette trug
Das Rätsel um die Herkunft des Prunkstücks konnte Jeffrey Post, Juwelen-Kurator des Smithsonian National Museums in Washington, jetzt klären. Zusammen mit dem Diamantenschleifer Steven Attaway rekonstruierte er den verschwundenen French Blue im Computer. Dabei stützten sich die beiden auf Zeichnungen des Steins und Untersuchungsakten, die Naturkundler im Jahr 1700 angelegt hatten. "Deren Analyse und Untersuchung von Steinen, die heute noch existieren, erwiesen sich als sehr genau", sagte Post. Deshalb ist er überzeugt, dass auch die alten Daten zum French Blue verlässlich seien.
Der Hope-Diamant passt genau in den French BlueNachdem der French Blue im Computer wieder auferstanden war, vermaßen die Experten auch den Hope-Diamanten und konnten die beiden Steine vergleichen. Tatsächlich stimmten Hope und French Blue erstaunlich gut überein. "Wenn man sieht, wie der kleinere Stein in den großen passt, versteht man sofort, warum der Hope in die Form geschliffen wurde, die er heute hat", sagte Post. "Sie haben die Ecken des French Blue abgeschnitten, die Winkel an den unteren Facetten ein wenig verändert und heraus kam der Hope-Diamant." Einige Facetten seien noch heute so wie beim French Blue.
Heute wird der Wert des Diamanten auf etwa 200-250 Millionen Dollar geschätzt.
Im Film "Titanic" von James Cameron spielt ein Diamant eine wichtige Rolle, das Herz des Ozeans. Dort wird erwähnt das er mehr wert wäre als der Hope-Diamant. Doch in Wirklichkeit ist es der Hope-Diamant der dort thematisiert wird.
7. September 2011
Marie Antoinette schreibt Louise von Hessen-Darmstadt
Nach einigen freundlichen Briefen aus glücklichen Tagen, möchte ich euch den Brief vom Juli 1792 zeigen, wo die alleinige Rettung der Königin geplant war.
Marie Antoinette hat das Angebot zur Flucht ins sichere Exil abgelehnt, und ist in Paris bei ihrer Familie verblieben, obwohl ihr Leben in Gefahr war.
An die Landgräfin Louise von Hessen-Darmstadt
Juli 1792
Ihre Liebe und Ihre Sorge, Madame, haben mich bis auf den Grund der Seele gerührt. Die Person*, die zurück reist, wird Ihnen die Gründe sagen können, die sie so lange zurückgehalten haben. Er wird Ihnen auch sagen, daß ich sogar jetzt nicht wage, ihn mir zu sehen; es wäre mir indessen sehr angenehm gewesen, mit ihm über Sie, der ich innig zugetan bin, zu sprechen. Nein, meine Prinzessin, obwohl ich den ganzen Wert Ihrer Angebote schätze, kann ich sie doch nicht annehmen. Ich bin fürs Leben meinen Pflichten und den teueren Personen geweiht, deren Unglück ich teile und die, was man auch darüber sage, alle Teilnahme wegen des Mutes verdienen, mit dem sie ihre Lage ertragen. Der Überbringer dieses Briefes wird Ihnen Einzelheiten über die gegenwärtige Zeit und über den Geist des Ortes, an dem wir wohnen, geben können. Man sagt, daß er viel gesehen ha und richtig urteilt. Möge eines Tages alles, was wir tun und erdulden, unsere Kinder glücklich machen; das ist der einzige Wunsch, den ich mir erlaube. Leben Sie wohl, Prinzessin! Alles haben sie mir genommen außer meinem Herzen, das mir immer bleiben wird, um Sie zu lieben; zweifeln Sie niemals daran, denn das wäre das einzige Unglück, das ich nicht ertragen könnte. Ich küsse Sie innig. Tausend Grüße an all die Ihren. Ich bin mehr denn je stolz darauf, als Deutsche geboren zu sein.
Eigenhängi geschriebener Originalbrief der Königin; in den Darmstädter Archiven (Comte de Reiset, 43; RII., 404)
*Prinz Georg von Hessen-Darmstadt war nach dem 20. 6. nach Paris gekommen um die Rettung der Königin zu versuchen. Einzelheiten seines Planes sind nicht bekannt.
Marie Antoinette hat das Angebot zur Flucht ins sichere Exil abgelehnt, und ist in Paris bei ihrer Familie verblieben, obwohl ihr Leben in Gefahr war.
An die Landgräfin Louise von Hessen-Darmstadt
Juli 1792
Ihre Liebe und Ihre Sorge, Madame, haben mich bis auf den Grund der Seele gerührt. Die Person*, die zurück reist, wird Ihnen die Gründe sagen können, die sie so lange zurückgehalten haben. Er wird Ihnen auch sagen, daß ich sogar jetzt nicht wage, ihn mir zu sehen; es wäre mir indessen sehr angenehm gewesen, mit ihm über Sie, der ich innig zugetan bin, zu sprechen. Nein, meine Prinzessin, obwohl ich den ganzen Wert Ihrer Angebote schätze, kann ich sie doch nicht annehmen. Ich bin fürs Leben meinen Pflichten und den teueren Personen geweiht, deren Unglück ich teile und die, was man auch darüber sage, alle Teilnahme wegen des Mutes verdienen, mit dem sie ihre Lage ertragen. Der Überbringer dieses Briefes wird Ihnen Einzelheiten über die gegenwärtige Zeit und über den Geist des Ortes, an dem wir wohnen, geben können. Man sagt, daß er viel gesehen ha und richtig urteilt. Möge eines Tages alles, was wir tun und erdulden, unsere Kinder glücklich machen; das ist der einzige Wunsch, den ich mir erlaube. Leben Sie wohl, Prinzessin! Alles haben sie mir genommen außer meinem Herzen, das mir immer bleiben wird, um Sie zu lieben; zweifeln Sie niemals daran, denn das wäre das einzige Unglück, das ich nicht ertragen könnte. Ich küsse Sie innig. Tausend Grüße an all die Ihren. Ich bin mehr denn je stolz darauf, als Deutsche geboren zu sein.
Eigenhängi geschriebener Originalbrief der Königin; in den Darmstädter Archiven (Comte de Reiset, 43; RII., 404)
*Prinz Georg von Hessen-Darmstadt war nach dem 20. 6. nach Paris gekommen um die Rettung der Königin zu versuchen. Einzelheiten seines Planes sind nicht bekannt.
3. September 2011
Todestag von Madame Lamballe
Heute jährte sich wieder das Massaker des September 1792.
Der Sturm auf den Königspalast wenige Wochen zuvor, wo die königliche Familie gefangen genommen wurde, war blutig und forderte zahlreiche Tote. Ein Bericht der Schweizergarde ist auch schon in diesen Blog zu finden. Berühmt wurden die tagenlangen Massaker vom September 1792 durch die Lynchjustiz an Madame de Lamballe die eine persönliche Vertraute von Marie Antoinette war. Sie wurde beim Sturm auf die Tuilerien verhaftet und am 3. September 1792 öffentlich von Bürgern gelyncht. So wie sie starben in den Tagen des September 1500 Geistliche, Angehörige des Adel und andere Inhaftierte, die aus den Gefängnissen geholt und im Schnellverfahren zum Tode verurteilt oder gleich an Ort und Stelle massakriert wurden. Danton der zu dieser Zeit Minister für Justiz war, konnte das Blutbad an wehrlosen Gefangenen nicht verhindern. Obwohl die pariser Unruhen blutig verliefen, waren die menschlichen Opfer gemessen, in den folgenden Jahren der Schreckensherrschaft eher gering. In den folgenden Jahren bis zum Ende der Revolution 1799 kamen ungefähr 250 000 Franzosen gewaltsam ums Leben.
Wie wenig Revolutionäre und Angehörige des Hochadel gemeinsam hatten, zeigt die Leseprobe von Hans Freimark, der einen wunderbaren Roman über das Leben von Marie Antoinette schrieb.
Leider ist das letzte Exemplar von Amazon schon verkauft. Wer war das von euch? Aber ich habe für euch, noch ein letztes Exemplar bei ebay verlinkt, dass leider in einem sehr schlechten Zustand ist.
Im Parterre lagen die Zimmer der Königin, die des Königs im ersten Stock, Danton stieg die Treppe hinauf, gemächlich, jede einzelne Stufe mit Bedacht nehmend. Mit Interesse musterte er den Schmuck des Treppenhauses, die Gemälde, die aufgestellten Vasen, die reich Verzierung der Wände und der Decke; das muss man den Leuten lassen, sie verstanden , sich das Leben angenehm zu machen, Und mit einem Male begriff Danton, wie schwer es für Menschen gleich dem König und der Königin war, aus ihrer Welt herauszutreten und sich in die völlig veränderte Umstände zu schicken. ….
Mit gierigen Blicken sah er sich um: er wollte es sich bequem machen in diesen Räumen. Noch freilich hieß es warten und geduldig und geschickt die Fäden ziehen … Regent Danton klang nicht über und verlieh mehr Macht …
In diesen Gedanken verloren, hatte er gar nicht bemerkt, dass aus der Dianengalerie eine Dame herausgetreten war, die den staunenden Besucher verwundert und lächelnd beobachtete:
die Dianengalerie des Tuilerienpalastes auf einer historischen Fotographie aus dem 19. Jhdt
Es war die Prinzessin von Lamballe. Ein ekrüfarbiges Kleid hob den zarten Teint ihres Gesichtes und das Gekräusel venezianischer Spitzen, die den Ausschnitt säumten. Betonte die Weiße und Schönheit des schlanken Halses. Mit einer leichten, gleitenden Bewegung trat sie auf Danton zu: „Sie sind fremd, mein Herr?“ (!!)
Die unerwartete Anrede brachte den Advokaten etwas aus seinem Gleichgewicht. Er suchte nach einer Erklärung und fand sie nicht sofort. Die amüsierten Blicke seines Gegenübers verwirrten ihn. Er kam sich vor wie ein Wilder, der zum ersten Male einem Kultivierten begegnete (!!) Was war seine Gattin, was sogar Frau von St. Amaranthe gegen diese Erscheinung. Schlechte Kopien, nein, nicht einmal Kopie, verhunzte, sich selbst verhunzte Nachahmungen waren sie. Das leise Parfüm, das von dieser Frau ausging, wirkte gleich einem natürlichen, selbstverständlichen Duft. Bei Dame Amaranathe konnte man es schon an dem aufdringlichen Rosenparfüm erraten, ob sie in der Nähe war... etc. …
Das ovale Gemälde ist möglicherweise das Portrait einer jungen, unbekannten Frau, es ist aber aus der Zeit und sieht der jungen Prinzessin ähnlich.
Der Sturm auf den Königspalast wenige Wochen zuvor, wo die königliche Familie gefangen genommen wurde, war blutig und forderte zahlreiche Tote. Ein Bericht der Schweizergarde ist auch schon in diesen Blog zu finden. Berühmt wurden die tagenlangen Massaker vom September 1792 durch die Lynchjustiz an Madame de Lamballe die eine persönliche Vertraute von Marie Antoinette war. Sie wurde beim Sturm auf die Tuilerien verhaftet und am 3. September 1792 öffentlich von Bürgern gelyncht. So wie sie starben in den Tagen des September 1500 Geistliche, Angehörige des Adel und andere Inhaftierte, die aus den Gefängnissen geholt und im Schnellverfahren zum Tode verurteilt oder gleich an Ort und Stelle massakriert wurden. Danton der zu dieser Zeit Minister für Justiz war, konnte das Blutbad an wehrlosen Gefangenen nicht verhindern. Obwohl die pariser Unruhen blutig verliefen, waren die menschlichen Opfer gemessen, in den folgenden Jahren der Schreckensherrschaft eher gering. In den folgenden Jahren bis zum Ende der Revolution 1799 kamen ungefähr 250 000 Franzosen gewaltsam ums Leben.
Wie wenig Revolutionäre und Angehörige des Hochadel gemeinsam hatten, zeigt die Leseprobe von Hans Freimark, der einen wunderbaren Roman über das Leben von Marie Antoinette schrieb.
Leider ist das letzte Exemplar von Amazon schon verkauft. Wer war das von euch? Aber ich habe für euch, noch ein letztes Exemplar bei ebay verlinkt, dass leider in einem sehr schlechten Zustand ist.
Im Parterre lagen die Zimmer der Königin, die des Königs im ersten Stock, Danton stieg die Treppe hinauf, gemächlich, jede einzelne Stufe mit Bedacht nehmend. Mit Interesse musterte er den Schmuck des Treppenhauses, die Gemälde, die aufgestellten Vasen, die reich Verzierung der Wände und der Decke; das muss man den Leuten lassen, sie verstanden , sich das Leben angenehm zu machen, Und mit einem Male begriff Danton, wie schwer es für Menschen gleich dem König und der Königin war, aus ihrer Welt herauszutreten und sich in die völlig veränderte Umstände zu schicken. ….
Mit gierigen Blicken sah er sich um: er wollte es sich bequem machen in diesen Räumen. Noch freilich hieß es warten und geduldig und geschickt die Fäden ziehen … Regent Danton klang nicht über und verlieh mehr Macht …
In diesen Gedanken verloren, hatte er gar nicht bemerkt, dass aus der Dianengalerie eine Dame herausgetreten war, die den staunenden Besucher verwundert und lächelnd beobachtete:

die Dianengalerie des Tuilerienpalastes auf einer historischen Fotographie aus dem 19. Jhdt
Es war die Prinzessin von Lamballe. Ein ekrüfarbiges Kleid hob den zarten Teint ihres Gesichtes und das Gekräusel venezianischer Spitzen, die den Ausschnitt säumten. Betonte die Weiße und Schönheit des schlanken Halses. Mit einer leichten, gleitenden Bewegung trat sie auf Danton zu: „Sie sind fremd, mein Herr?“ (!!)
Die unerwartete Anrede brachte den Advokaten etwas aus seinem Gleichgewicht. Er suchte nach einer Erklärung und fand sie nicht sofort. Die amüsierten Blicke seines Gegenübers verwirrten ihn. Er kam sich vor wie ein Wilder, der zum ersten Male einem Kultivierten begegnete (!!) Was war seine Gattin, was sogar Frau von St. Amaranthe gegen diese Erscheinung. Schlechte Kopien, nein, nicht einmal Kopie, verhunzte, sich selbst verhunzte Nachahmungen waren sie. Das leise Parfüm, das von dieser Frau ausging, wirkte gleich einem natürlichen, selbstverständlichen Duft. Bei Dame Amaranathe konnte man es schon an dem aufdringlichen Rosenparfüm erraten, ob sie in der Nähe war... etc. …
Das ovale Gemälde ist möglicherweise das Portrait einer jungen, unbekannten Frau, es ist aber aus der Zeit und sieht der jungen Prinzessin ähnlich.
1. September 2011
Marie Antoinette schreibt Axel von Fersen
An Fersen 24. Juli 1792
Im Laufe dieser Woche soll die Nationalversammlung ihre Verlegung nach Blois und die vorläufige Absetzung des Königs dekretieren. Jeder Tag produziert eine neue Szene, die aber immer auf die Vernichtung des Königs und seiner Familie abzielt. Bittsteller haben vor den Schranken der Nationalversammlung gesagt, dass sie ihn (König Louis XVI.), wenn man ihn nicht absetzte, massakrieren werde. Sie haben die Ehrenbezeugungen der Sitzung gehabt. Sagen Sie doch dem Herrn von Mercy, dass das Leben des Königs und der Königin in größter Gefahr ist, daß ein Aufschub von einem Tag unberechenbares Unglück hervorrufen kann, dass man das Manifest* sofort abschicken muß, dass man es in höchster Ungeduld erwartet, dass es notwendigerweise viele Leute um den König sammeln und ihm Sicherheit bringen werde; dass sonst niemand während vierzundzwanzig Stunden für ihn Verantwortung übernehmen kann, denn der Haufen der Mörder wächst unaufhörlich.
Ich habe den Rest der Gelder, worüber hier genaue Aufstellung ist, in zwei Häuser, die fast neu sind, mit einem genügend guten Erträgnis, angelegt. Das eine besteht aus einem Hauptgebäude im Grunde eines Hofes, mit einem Stockwerk über dem Erdgeschoss und einem mit Ziegeln bedeckten Dach; links ist eine anderes abgesondertes Gebäude, das als Remise* und für Ställe dient, einen Laden auf die Gasse hat, ferner einen Futterschuppen darüber, das Ganze ebenfalls mit Ziegeln bedeckt.
Das genannte Haus hat seinen Eingang, durch einen Torweg und besitzt einen Sandstein gepflasterten Hof mit Brunnen und Klosetten*.
Das zweite besteht aus einem Hauptgebäude mit einem Eingang durch eine Allee und besitzt zwei Läden*, Hinterläden mit Treppe und Hof rückwärts, mit Klosetten und Brunnen in der Mitte, oberhalb welcher eine Pumpwerk betätigt wird, dass das Wasser in das genannte Haus leitet. Das Ganze ist vier Etagen im Viereck hoch, mit Kellern darunter und getäfelten Dienstbotenzimmer im Giebel, der mit Ziegeln gedeckt ist.
Jede Etage enthält zwei kleine Appartements, jedes bestehend aus zwei Zimmern, ebenfalls mit Kamin, frei zugänglich von der Treppe und mit Toiletten*.
Diese beiden Häuser können um 9500 Livres vermietet werden. Sie sehen also, dass Ihre Gelder nicht schlecht placiert sind.
Schreiben Sie mir, ob Sie die vier vorhergegangenen Nummern erhalten haben. Vor zwei Tagen hat man mir einen Brief von Ihnen gebracht, den ich an seine Adresse weiterleiten ließ. Sie müssen die Sechs Broschüren erhalten haben, die Sie von mir verlangt haben.
Übersetzt, erläutert und herausgegeben von Paul Christoph.
Der erste Absatz des Briefes ist chiffriert und von Graf Fersen aufgelöst, der auf den Rand schrieb: „Chiffre der Königin" 24. Juli“
*
Das genannte Manifest der Koalitionsmächte, vom Herzog von Braunschweig am 25. VII. 1792 unterzeichnet, ist das Werk des emigrierten Marquis de Limon, dass bei Bedrohung des Leben des König und seiner Familie, den Einmarsch von ausländischen Truppen, die Zerstörung von Paris und den Aufruf zur Gegenrevolution beinhaltet. Die Wirkung war eine gegenteilige und schürte noch mehr Zorn auf die königliche Familie.
*Klosette oder Abtritte, waren einfache Einrichtungen mit Senkgruben, meist im Hof eines Hauses, während Toiletten schon im bekannten Sinne eine Wasserspülung hatten.
*Remise – Unterbringungsmöglichkeiten für Kutschen und Pferdegeschirr, meist in der Nähe der Stallungen
12. August 2011
Spectaceln müssen seyn
Der Sommer hat uns wieder und dieses Wochenende gibt es zwei große Veranstaltungen bei Wien, die ich euch vorstellen möchte.
Als erstes ein Barockfest im Schloss Hof und ein Ritterspektakel bei Jedenspeigen, auch in unserer Nähe.
Der Ort Jedenspeigen war im 13. Jahrhundert der Ort wo die größte kontinentale Ritterschlacht aller Zeiten stattgefunden hat. Bei dieser Schlacht wurde Ottokar von Böhmen und Mähren von Rudolf von Habsburg geschlagen. Dieses Ereignis machte 1278 Rudolf und das wenig bedeutsame Geschlecht der Habsburger zu einem aufsteigenden Herrscherhaus in Europa., Dieses Wochende ist Jedenspeigen weniger kriegerisch als mehr im kulinarischen Geiste des Mittelalter. Schaukämpfe von prächtigen Rittersleut werden dargeboten, und der Eintritt ist familiengerecht mit 8 Euro pro Tag.
Beim Barockspektakel in Hof ist der Eintritt mit einen opulenten Abendessen und einen Feuerwerk um 49 Euro auch wohlfeil anzusehen.
19. Juli 2011
Joachim Du Bellay
Sonnet
Deja la nuit en son parc amassoint
Un grand troupeau d‘etoiles vagabondes,
Et pour entrer aux cavernes profondes
Fuyant le jour, sei noirs chevaulx chassoit:
Deja le ciel Indes rougissoit,
Et l‘Aulbe encor‘de ses tresses tant blondes
Faisant gresler mile perlettes rondes,
De ses thesors les prez enrichissoit:
Quand d‘occident; comme une etoile vive,
Je vy sortir dessus ta verde rive,
O fleuve mien! Une Nymphe en rient.
Alors voyant cete nouvelle Aurore,
Le jour honteux d‘un double teint colore
Et l‘Angevin et l‘Indique orient
Sonett
Schon trieb die Nacht von ihren dunklen Auen
Der Sterne wandelnde und große Herde,
Und um zu tauchen tief in finsteres Grauen,
Floh sie den Tag und trieb die schwazen Pferde.
Schon wollt sich Rot auf Indiens Himmel legen,
Die Dämmerung ließ aus blonden Flechten fließen
In tausend runden Perlen einen Reigen
Und schmückte so mit Schätzen rings die Wiesen.
Da sah im Westen ich als lebend Licht
Auftauchen über deinem Uferkranz,
Mein Fluß, die Nymphe lächelndes Gesicht.
Als jetzt der Tag sieht neuen Morgenglanz,
Färbt er beschämt den Osten Indiens ein
Und läßt sein Glühn auch über Anjou!
Du Bellay geb. 1522 ist neben Piere Ronsard das bedeutendste Mitglied der Pléiade. 1549 veröffentlichte er das Manifest dieses Dichterkreises, die „Defense et Illustration de la Langue française“. Sie enthält die These, dass die französische Sprache den alten Sprechen ebenbürtig sein könne, wenn sie durch Ausdrücke aus den Dialekten und latinisierenden Neubildungen bereichere. Weiter empfiehlt du Bellay, in der Dichtung nur würdige Gegenstände zu behandeln und hierfür geeignete Gedichtform der antiken Literatur zu entnehmen. Gleichzeitig mit dem Manifest erschien seine ersten Sonette: „Le Olive“. Als Sektretär eines Kardinals verbrachte er mehrere Jahre in Rom, wo die Sonettbände „Le Regrets“, „Le Antiquités de Rome“ und „Divers Jeux rustiques“ entstanden sind
Texte nach: Joachim Du Bellay, Oevres poétiaues, herausgegben von H. Chamard, 1908
Deja la nuit en son parc amassoint
Un grand troupeau d‘etoiles vagabondes,
Et pour entrer aux cavernes profondes
Fuyant le jour, sei noirs chevaulx chassoit:
Deja le ciel Indes rougissoit,
Et l‘Aulbe encor‘de ses tresses tant blondes
Faisant gresler mile perlettes rondes,
De ses thesors les prez enrichissoit:
Quand d‘occident; comme une etoile vive,
Je vy sortir dessus ta verde rive,
O fleuve mien! Une Nymphe en rient.
Alors voyant cete nouvelle Aurore,
Le jour honteux d‘un double teint colore
Et l‘Angevin et l‘Indique orient
Sonett
Schon trieb die Nacht von ihren dunklen Auen
Der Sterne wandelnde und große Herde,
Und um zu tauchen tief in finsteres Grauen,
Floh sie den Tag und trieb die schwazen Pferde.
Schon wollt sich Rot auf Indiens Himmel legen,
Die Dämmerung ließ aus blonden Flechten fließen
In tausend runden Perlen einen Reigen
Und schmückte so mit Schätzen rings die Wiesen.
Da sah im Westen ich als lebend Licht
Auftauchen über deinem Uferkranz,
Mein Fluß, die Nymphe lächelndes Gesicht.
Als jetzt der Tag sieht neuen Morgenglanz,
Färbt er beschämt den Osten Indiens ein
Und läßt sein Glühn auch über Anjou!
Du Bellay geb. 1522 ist neben Piere Ronsard das bedeutendste Mitglied der Pléiade. 1549 veröffentlichte er das Manifest dieses Dichterkreises, die „Defense et Illustration de la Langue française“. Sie enthält die These, dass die französische Sprache den alten Sprechen ebenbürtig sein könne, wenn sie durch Ausdrücke aus den Dialekten und latinisierenden Neubildungen bereichere. Weiter empfiehlt du Bellay, in der Dichtung nur würdige Gegenstände zu behandeln und hierfür geeignete Gedichtform der antiken Literatur zu entnehmen. Gleichzeitig mit dem Manifest erschien seine ersten Sonette: „Le Olive“. Als Sektretär eines Kardinals verbrachte er mehrere Jahre in Rom, wo die Sonettbände „Le Regrets“, „Le Antiquités de Rome“ und „Divers Jeux rustiques“ entstanden sind
Texte nach: Joachim Du Bellay, Oevres poétiaues, herausgegben von H. Chamard, 1908
11. Juli 2011
Ludwig auf dem Weg zur Heiligkeit
Ludwig IX. verstarb im Jahre 1270 in Tunis in der Nähe des ehemaligen Karthago. Das geschah auf seinen zweiten Kreuzzug, der ihn in das Heilige Land führen sollte. Sein erster Kreuzzug 1248 - 1250 endete mit seiner Gefangennahme und Ludwig IX. kehrt erst 1254 wieder nach Paris zurück.
Er rüstet seinen zweiten Kreuzzug ebenso entschlossen, obwohl der Papst ob seiner Gesundheit in Sorge war und Kreuzzüge im späten 13. Jahrhundert als nicht mehr zeitgemäß angesehen wurden.
Ludwig der auch Prud`homme genannt wurde, war ein König der das Beten und Fasten sehr ernst nahm, und sich gerne mit Ordensbrüdern als engste Vertraute umgab. Sein strenges Vorgehen gegen Gotteslästerer und Glücksspieler war bekannt, so das selbst der Papst seine Bestrafungen als zu streng empfand. Der Vatikan empfahl bei Gotteslästerung was beim Glücksspiel so einher ging, von Verstümmelungen Abstand zu nehmen und die Peitsche als ausreichende Strafe anzuwenden
Der König verstarb also in Tunis und es entbrannte sogleich ein Streit wo die sterblichen Überreste bestattet werden sollten. Sein jüngster Brüder Karl, Graf von Anjou und Provence, König von Neapel und Sizilien bestand auf einer Beisetzung in Italien, was abgelehnt wurde. Als erstes trennte man bei dem Leichnam die Knochen vom weichen Fleisch, was in einem Bad von Essig und Wein geschah. Einfach gesagt, man kochte den Leichnam aus, bis die Knochen sich ablösten. Die Gebeine wurden in Seidentücher gewickelt und in einen kostbaren Schrein gelegt. Dies geschah am 25. August in Tunis und 1270 und im Mai 1271 wurde Ludwig in St. Denis beigesetzt . Die weichen Teile erhielt der jüngste Bruder Karl zur Aufbewahrung nach Sizilien, dort blieben sie bis die Bourbonen im 19. Jahrhundert aus Italien vertrieben wurden*. Diese Reliquie besteht heute noch, seine Gebeine wurden über die Jahre in alle Winde verstreut, den Ihnen wurden wundersame Heilung nachgesagt.
Schon auf dem Leichenzug durch Italien und Frankreich wurden wundersame Begegnungen berichtet. Es sind der Kirche in Rom sechzig Wunder beglaubigt worden.
Die Liste ist lang und vielfältig:
Geistesschwache, von Austrocknung der Glieder, vor dem Ertrinken Gerettete, Krumme, Hinkende, von unheilbaren Dauerfieber, an Viertagefieber Leidende, von Fisteln Befallene, Stumme Gelähmte, von skofulösen Entzündungen über dem Auge und Hals Befallene, Taube, an schmerzhafter Geschwulst Erkrankte und sogar von zwei Toten die zum Leben auferweckt wurden, sind Berichte überliefert.
Der tiefe Glaube in der damaligen Zeit bewirkte im Zusammenspiel mit der Anwesenheit der Reliquien oft spontane Heilung. Sechzig Heilungen oder Mirakeln genannt, wurden in dieser Zeit als normales Maß für eine Heiligsprechung angesehen.
Die Kanonisierung begann bald nach seinem Tod und dauerte wie üblich in dieser Zeit bis 1297. Sein Hagiograph Joinville und sein Beichtvater Gottfried von Beaulieu wurden als gut informierte Zeugen gerufen und sein Beichtvater berichtete, der König ließ sich geißeln oder geißelte sich selbst, trug ein härenes Hemd, schlief auf einem hölzernen Bett mit einer Unterlage aus Baumwolle ohne Stroh und Seide, und er fastete mehr als die Kirche es verlangte.
Die Heiligsprechung Louis IX. ist als ein Meilenstein der Kapetinger anzusehen, und ab dieser Zeit, schmücken sich die Könige mit den Titel des “allerheiligsten König”.
Die letzte Heiligsprechung eines französischen Königs, dieses Geschlecht, war Hugo von Rouen gest. 730. Die Heiligsprechung war nicht nur für Ludwig sondern auch für die Verdienste seines Vater, Louis VIII., der den Kreuzzug gegen die Häresie anführte. Louis von Toulouse Großneffe von Louis IX. wurde 1317 ebenso heilig gesprochen. Die Heiligsprechung Ludwig war die letzte eines Königs, weitere Mitglieder der Königlichen Familie, Hedwig von Anjou und Adela von Frankreich wurden erst im 19. Jahrhundert und zuletzt unter dem Pontifikat von Johannes Paul II heilig gesprochen.
*Der französische Missionsorden der Weißen Väter in Nordafrika war der letzte Aufbewahrungsort der genannten Reliquie. Einige Quellen sprechen davon , das die Reliquie wieder in Frankreich, genauer in Sainte Chapelle de Paris sein soll.
Er rüstet seinen zweiten Kreuzzug ebenso entschlossen, obwohl der Papst ob seiner Gesundheit in Sorge war und Kreuzzüge im späten 13. Jahrhundert als nicht mehr zeitgemäß angesehen wurden.
Ludwig der auch Prud`homme genannt wurde, war ein König der das Beten und Fasten sehr ernst nahm, und sich gerne mit Ordensbrüdern als engste Vertraute umgab. Sein strenges Vorgehen gegen Gotteslästerer und Glücksspieler war bekannt, so das selbst der Papst seine Bestrafungen als zu streng empfand. Der Vatikan empfahl bei Gotteslästerung was beim Glücksspiel so einher ging, von Verstümmelungen Abstand zu nehmen und die Peitsche als ausreichende Strafe anzuwenden
Der König verstarb also in Tunis und es entbrannte sogleich ein Streit wo die sterblichen Überreste bestattet werden sollten. Sein jüngster Brüder Karl, Graf von Anjou und Provence, König von Neapel und Sizilien bestand auf einer Beisetzung in Italien, was abgelehnt wurde. Als erstes trennte man bei dem Leichnam die Knochen vom weichen Fleisch, was in einem Bad von Essig und Wein geschah. Einfach gesagt, man kochte den Leichnam aus, bis die Knochen sich ablösten. Die Gebeine wurden in Seidentücher gewickelt und in einen kostbaren Schrein gelegt. Dies geschah am 25. August in Tunis und 1270 und im Mai 1271 wurde Ludwig in St. Denis beigesetzt . Die weichen Teile erhielt der jüngste Bruder Karl zur Aufbewahrung nach Sizilien, dort blieben sie bis die Bourbonen im 19. Jahrhundert aus Italien vertrieben wurden*. Diese Reliquie besteht heute noch, seine Gebeine wurden über die Jahre in alle Winde verstreut, den Ihnen wurden wundersame Heilung nachgesagt.
Schon auf dem Leichenzug durch Italien und Frankreich wurden wundersame Begegnungen berichtet. Es sind der Kirche in Rom sechzig Wunder beglaubigt worden.
Die Liste ist lang und vielfältig:
Geistesschwache, von Austrocknung der Glieder, vor dem Ertrinken Gerettete, Krumme, Hinkende, von unheilbaren Dauerfieber, an Viertagefieber Leidende, von Fisteln Befallene, Stumme Gelähmte, von skofulösen Entzündungen über dem Auge und Hals Befallene, Taube, an schmerzhafter Geschwulst Erkrankte und sogar von zwei Toten die zum Leben auferweckt wurden, sind Berichte überliefert.
Der tiefe Glaube in der damaligen Zeit bewirkte im Zusammenspiel mit der Anwesenheit der Reliquien oft spontane Heilung. Sechzig Heilungen oder Mirakeln genannt, wurden in dieser Zeit als normales Maß für eine Heiligsprechung angesehen.
Die Kanonisierung begann bald nach seinem Tod und dauerte wie üblich in dieser Zeit bis 1297. Sein Hagiograph Joinville und sein Beichtvater Gottfried von Beaulieu wurden als gut informierte Zeugen gerufen und sein Beichtvater berichtete, der König ließ sich geißeln oder geißelte sich selbst, trug ein härenes Hemd, schlief auf einem hölzernen Bett mit einer Unterlage aus Baumwolle ohne Stroh und Seide, und er fastete mehr als die Kirche es verlangte.
Die Heiligsprechung Louis IX. ist als ein Meilenstein der Kapetinger anzusehen, und ab dieser Zeit, schmücken sich die Könige mit den Titel des “allerheiligsten König”.
Die letzte Heiligsprechung eines französischen Königs, dieses Geschlecht, war Hugo von Rouen gest. 730. Die Heiligsprechung war nicht nur für Ludwig sondern auch für die Verdienste seines Vater, Louis VIII., der den Kreuzzug gegen die Häresie anführte. Louis von Toulouse Großneffe von Louis IX. wurde 1317 ebenso heilig gesprochen. Die Heiligsprechung Ludwig war die letzte eines Königs, weitere Mitglieder der Königlichen Familie, Hedwig von Anjou und Adela von Frankreich wurden erst im 19. Jahrhundert und zuletzt unter dem Pontifikat von Johannes Paul II heilig gesprochen.
*Der französische Missionsorden der Weißen Väter in Nordafrika war der letzte Aufbewahrungsort der genannten Reliquie. Einige Quellen sprechen davon , das die Reliquie wieder in Frankreich, genauer in Sainte Chapelle de Paris sein soll.
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