6. März 2011

Frankreich gegen Österreich

Über die tennisbegeisterteten Franzosen der früheren Geschichte habe ich euch schon berichtet.
Dieses Wochenende war großes Treffen mit der Grand Nation, den neunfachen Daviscup Sieger.
Österreich hatte einen schwarzen Freitag und verlor beide Spiele gegen Jermey Chardy und Gilles Simon.
Am Samstag wurde der erste Punkt gegen Frankreich im Doppel erzielt und heute hatte Jürgen Melzer ein fulminates Spiel gegen Gilles Simon über fünf spannede Sätze.

Sollte es gelingen den starken Gegner Frankreich besiegen, wäre das eine Sensation, da Österreich erst wieder kurz in der ersten Gruppe des Davis-Cup aufgestiegen ist und derzeit tapfer den Finalisten Frankreich herausfordert.

Das letzte Match ging an Frankreich. Die Grand Nation kommt mit Zittern ins Viertelfinale und Österreich tritt den langen Marsch in die Relegation an. Aber unter uns gesprochen, Frankreich war die etwas stärkere Mannschaft.

Freitag, 4.3.2011 ab 14:00 Uhr
Jürgen Melzer - Jeremy Chardy: 5:7, 4:6, 5:7
Stefan Koubek - Gilles Simon: 0:6, 2:6, 3:6

Samstag, 5.3.2011 ab 14:00 Uhr
Jürgen Melzer / Oliver Marach - Julien Benneteau / Michael Llodra: 6:4, 3:6, 6:3, 6:4

Sonntag, 6.3.2011 ab 13:30 Uhr (ORF Sport+: live ab 13:25 Uhr)
Jürgen Melzer - Gilles Simon: 7:6(7), 3:6, 1:6, 6:4, 6:0
Martin Fischer - Jeremy Chardy



10. Februar 2011

Ramaeu und „Castor et Pollux“

Jean-Philippe Ramaeu, nur wenigen bekannt, da an unseren Häusern wenig gespielt, wurde selbst in Frankreich, erst von Debussy wieder entdeckt. Lange Zeit galt er als ein Komponist des Ancien Régime, den das revolutionäre Frankreich nicht würdigen wollte. Das ganz zu unrecht. Seine Musik verzaubert uns heute noch, und die Fülle seiner Komposition hätte für einen zweiten Opernabend gereicht. Ramaeu überarbeitete sein erste Oper "Castor et Pollux" Jahre später und diese Version wurde in Wien zur Aufführung gebracht.



Als erstmalige Aufführung am Theater an der Wien, ist besonders die erstklassige musikalische Leistung des Orchester „Les talens lyriques“ mit Christophe Rousset zu verdanken. Rousset, der sich der alten Musik und insbesondere den Komponisten seines Landes verpflichtet fühlt, und erstklassig vorführen kann. Sein Orchester ist nicht mit der symphonischen Kraft späterer Zeiten zu vergleichen, sondern überzeugt durch gute Darbietung und Umsetzung der alten Kompositionen. Der kleine, intime Rahmen im Theater an der Wien kam den „les talens lyriques“ sehr entgegen.
Die zweite treibende Kraft bei dieser Inszenierung war die hervorragende gesangliche Leistung des „Arnold Schönberg Chor“. Viele Stücke sind für Chor komponiert und ein wichtiges Element der französischen Barockoper. Der Chor sang und spielte mit Begeisterung und weil man kein Ballett sah, war der großartige Auftritt des „Arnold Schönberg Chor“ der optische Aufputz für diese Oper.
Auf Balletteinlagen wurde bei „Castor et Pollux“ zur Gänze verzichtet, die Ballettmusik wurde als pantomimische Rückblende, rein konzertant dargeboten. Diese Idee war zeitgemäß und stimmig. Die Ballettmusik zu Castor et Pollux hätte alleine einen Abend füllen können.
An der Inszenierung von Mariame Clément ist rein gar nichts auszusetzen und wir können nur hoffen, bald wieder eine Aufführung von ihr sehen zu können. Das Bühnenbild und die Ausstattung von Julia Hansen zeigte ein gutes Gespür für die komplexe Handlung der griechischen Tragödie, und Frau Hansen zeigte ihr Können schon bei Ramaeu "Platée“.
Die vier wichtigen Rollen sangen, Christine Kark als Télaire, Anne Sophie von Otter als Phébé, Maxim Mironov als Castor, Tenor, und Dietrich Henschel als Pollux, Bariton.
Weiters Nicolas Testé als Jupiter, Bass, Pavel Kudinov als Grand Pretre, Enea Scala als Mercure und Sophie Marilley als Cléone.
Einige der genannten Solisten rangen mit Ihrer Darbietungen und das war für das Publikum hörbar. Die Sprache wurde nicht immer als schön und kraftvoll empfunden.
Aber ich möchte nicht zu streng sein, den nur wenige der Solisten hatten mit der französischen Oper bislang zu tun und möchte abschließend auf den grandiosen Pierre-Montan Berton genannt „Le Breton“ hinweisen.
Bekannter und berühmter Tenor seiner Zeit, und Leiter der Pariser Oper in den 1770igern, inszenierte 1780 „Castor et Pollux, und verstarb im Mai 1780 wenige Tage nach der Premiere an Erschöpfung, wie einige theatralische Stimmen behaupten. Wenn nicht wahr, doch gut für die Nachwelt erzählt, und als Vorbild für kommende Generationen gedacht, sich Ramaeu mit mehr Ehrfurcht zu nähern.

2. Februar 2011

Die japanischen Lacke der Marie Antoinette








Marie Antoinette hatte eine ansehliche Sammlung von japanischen Lacken. Eine Leidenschaft die sie mit Ihrer Mutter Maria Theresia teilte. Zwischen den beiden Damen wurden Geschenke ausgetauscht und vieles findet sich im Lackzimmer des Schlosses Schönbrunn oder blieb in der Sammlung der Königin von Frankreich.
Die Ausstattung des berühmten schwarzen Lackzimmer in Schönbrunn zeigt erlesene Stücke in Art und Form ähnlich der Stücke die Marie Antoinette in Versailles sammelte.
Die Abbildung des Vieux Laque Zimmer zeigt wie wundervoll die Wandverkleidung mit den japanischen Lacken gelungen ist. Leider ist auf der Abbildung des Schlosses Schönbrunn, das kleine Interieur nicht abgebildet.

19. Januar 2011

Maurice Scéve

L’oeil, aultrefois ma joyeuse lumiere,
En ta beaultè fut tellement deceu ,
Que de fontaine estendu en ryviere,
Veut reparer le mal pqr luy conceu,
Car telle ardeur le coer en à receu,
Que le corps vif est jà reduict en cendre :
Dont l’oeil piteux fait ses ruisseaulx descendre
Pour la garder d’estre du vent raive,
Affin que moyste aux os se puisse prendre,
Pour sembler corps, ou umbre de sa vie.


Das Auge, meine Freude einst und Helle,
ward so getäuscht durch deiner Schönheit Macht,
Daß es zum Strome werden ließ die Quelle,
Das Leid zu heilen, das er mir gebracht.
Im Herzen ward ja so viel Glut entfacht,
Daß lebend schon der Leib zu Asche ward.
Mitfühlend drum das Aug´ nicht Tränen spart,
Damit im Winde nicht der Staub hintreibe,
Der feucht sich leicht mit den Gebeinen paart,
Daß noch ein Schein von Leib und Leben bleibe.


Scève geboren 1510 in Lyon, gestorben gegen 1562 in Lyon, gehört neben Louize Labè zum Lyoner Gelehrten- und Dichterkreis, der damals in einem literarischen Wettstreit mit Paris stand. Auf diesen Kreis wirkte sich der Einfluß von Platos Philosophie und der Formenwelt der italienischen Renaissance befruchtend aus. Der Symbolismus am Ende des 19. Jahrhundert entdeckte seine Verwandtschaft mit der Kunst Scèves. In seiner Lyrik ist die Syntax recht eigenwillig behandelt; Klang und Rhythmus werden, unabhängig vom Sinngehalt des Wortes wichtige Faktoren der dichterischen Aussage.

Texte nach: Maurice Scève; Dèlie, Object de plus haulte Vertu, E. Parturier, 1916 (Société français modernes)

3. Januar 2011

Castor et Pollux im Theater an der Wien


Kartenvorverkauf

Diese große Oper wird von mir natürlich besucht und für euch in einer Kritik näher beschrieben. Ich bin, dank der tollen Komposition von Ramaeu, sehr zuversichtlich, daß uns eine großartige Aufführung zu Gehör gebracht wird. Leider müssen wir uns noch zwei Wochen gedulden.

Jean-Philippe Rameau war bereits fünfzig Jahre alt, als er 1733 mit seiner ersten Oper Hippolyte et Aricie über Nacht berühmt wurde. „Mein Gott, in dieser Oper steckt genug Musik, um zehn daraus zu machen; der Mann wird uns alle auslöschen“, urteilte sein Komponistenkollege André Campra über Hippolyte et Aricie. Die französische Oper hatte seit Jean-Baptiste Lullys Tod 1687 keine neuen Impulse mehr erhalten, Rameau weckte sie aus ihrem Dornröschenschlaf. Er blieb zwar – ähnlich wie Lully – bei den antiken Sujets, füllte sie aber mit den Idealen und Themen der Aufklärung: Castor et Pollux verherrlicht die selbstlose Freundschaft und Bruderliebe der berühmten Zwillinge.

Handlung:
Télaïre soll Pollux heiraten, in Wahrheit aber liebt sie dessen Zwillingsbruder Castor, und auch er liebt sie. Als Pollux die tiefe Zuneigung der beiden realisiert, verzichtet er zugunsten seines Bruders auf Télaïre. Das folgende Liebesfest wird jäh gestört durch einen Angriff, den die eifersüchtige Phébé, Télaïres Schwester, angestachelt hat. Castor wird getötet. Castor und Pollux sind Söhne der Leda, haben aber verschiedene Väter: Pollux ist der Sohn des Jupiter und deshalb unsterblich. Er steigt in die Unterwelt hinab, um den Bruder für sein Volk, die Spartaner, und für Télaïre zurückzuholen. Castor darf aber nur leben, wenn Pollux seinen Platz in der Unterwelt einnimmt. Für einen Tag nur akzeptiert Castor das Opfer des Bruders, er will noch einmal Télaïre sehen, um Abschied zu nehmen. Von dieser treuen brüderlichen Liebe ist Jupiter so gerührt, dass er schließlich auch Castor das ewige Leben verleiht, und die Brüder gemeinsam in den Himmel entrückt – als Sternbild der Zwillinge.

Die Liebe besiegt den Tod – ein ewiger Traum der Menschheit. Er wird hier nicht von einem Liebespaar erfahren, sondern von zwei Brüdern in einer sehr speziellen Patchworkfamilie voller heikler Gefühlsverstrickungen. Rameaus Oper ist emotional und dramatisch von großer Dichte. Sie schildert Sehnsucht und Verzweiflung besonders ergreifend in Rameaus vielleicht berühmtester Arie „Tristes apprêts“ (Trauriger Schmuck) und selig jubelnde Unsterblichkeit in der Abschlussarie des Werkes.

Text und Bild - Theater an der Wien

17. Dezember 2010

Geschenke für alle Kinder

Wie jedes Jahr möchte ich euch die besten Geschenke für eure Lieben vorstellen.



Der Katalog der Marie Antoinette Ausstellung im Grand Palais Paris ist ein Tipp den ich unbedingt anbringen möchte. Das umfassende Werk mit fast 400 Seiten zeigt anschaulich die Zeit der Marie Antoinette. Viele Beiträge von Historikern und reiches Bildmaterial in bester Qualität, versprechen höchsten Genuß für jeden Marie Antoinette Fan. Einziger Wermutstropfen ist, daß man das Werk leider nicht leicht findet. Es gibt nur wenige Händler, die das umfassende Werk aus dem Jahr 2008, neu um 54 Euro anbieten. Ein Exemplar steht bei mir im Bücherregal, dort wo sich "die Bretter biegen", den das Druckwerk hat mehr als 2kg und ist in Überformat und bester Qualität gedruckt.

Für die DVD Freunde unter euch möchte ich die Doppel DVD über das Leben von Heinrich IV. empfehlen. Im obigen Filmbild seht ihr die Königin Margot de Valois glücklich mit Gabrielle de Estreés, der königlichen Mätresse, vereint.;) Dazu habe ich mir gleich die günstige und etwas ältere Verfilmung, die Bartholomäusnacht, mit Isabelle Adjani bestellt. Beides bei Amazon auf Lager.
Weiters eine wunderschöne DVD über das Leben des Moliere. Es ist eine Verfilmung aus dem Jahre 1978, alt aber in guter Qualität mit Philippe Caubère. Er spielt seine Rolle als Moliere hingebungsvoll. Es wird das gesamte Leben des großen Komödianten gezeigt und das macht das Werk besonders interessant.
Auch der Film Marquise zeigt das Leben von Moliere, aber nur einen kurzen Abschnitt. Die Film ist auf Marquise du Parc zugeschnitten, die in der Truppe von Moliere gespielt hat und so bei Hof ihr Schauspiel, Tanz und andere Reize zeigen durfte. Historisch nicht so interessant aber als Unterhaltungsfilm mit der wunderbaren Sophie Marceau von mir empfohlen.

Als Buch kann ich euch den Titel von Angela Taeger Louis XVI. empfehlen.


Die Box mit 20 CD mit Musik vom Hof zu Versailles von Ludwig XIII. bis Ludwig XVI., ist wirklich mein Lieblingstipp. Ich habe in einen älteren Artikel darüber berichtet und eine Inhaltsangabe beigefügt.
Die Box war vergriffen, ist bei Amazon wieder erhältlich.

Abschließend würde ich mir die DVD „Le Roi Danse“ auf den Gabentisch legen lassen. Der Film wird zwar immer wieder im TV gezeigt aber eine Original DVD als Geschenk ist doch viel stilvoller als eine Raubkopie.Louis XIV. spielt der französische Schauspieler Benoît Magimel, der im Produktionsjahr 2000 mit 26 Jahren den jungen König sehr überzeugend spielen konnte.

12. Dezember 2010

Die Kinderstube Heinrich IV.





Heinrich vergötterte seine Kinder. Eines Tages spielte sich im Louvre eine Szene ab, deren bildliche Darstellung für die Kupferstecher eine weitere Geschichte darstellte, die im Bild festgehalten werden mußte:

Der spanische Gesandte betritt das Gemach des Königs, wohin er zur Audienz gebeten wird. Er hat sich für diese wichtige Gelegenheit mit Sorgfalt gekleidet, der Degen blitzt an seiner Seite, die Ordenskette schaukelt auf seiner Brust, den Hut in der Hand, bleibt er verdutzt an der Schwelle stehen:
Heinrich befindet sich nicht hinter seinem Arbeitstisch sondern krabbelt auf allen Vieren, den kleinen Louis auf dem Rücken durch das Zimmer.
„Habt Ihr Kinder, Herr Gesandter?“
„Gewiß, Sire.“
„In diesem Fall kann ich die Runde beenden“, meint der König befriedigt und nimmt die Reitübung wieder auf.

Henri ist vielleicht kein idealer Ehemann, aber als Familienvater unersetzlich, zärtlich und aufmerksam Selbst die wichtigsten Staatsgeschäfte können ihn nicht davon abhalten, mit seinen Kindern – die ihn Papa und nicht, wie es damals üblich war mit „Monsieur“ ansprachen, spazierengehen, spielen und zu plaudern.
Heinrich nimmt am täglichen Leben seiner Kinder teil, ist bei ihren Mahlzeiten gegenwärtig und ist besorgt wenn die Kinder krank sind.
„Ich bin beunruhigt“ schreibt er 1608, „denn meine Kinderstube gleicht einem Spital: Meine Tochter Verneuil hat die Masern, mein Sohn Orléans den Keuchhusten. Gestern mußte der Dauphin zweimal erbrechen und jetzt fängt auch noch meine Tochter mit Fieberr an ... gebt zu, daß ich ein geprüfter Vater bin.
Seine Erziehungsmethoden sind von durchgreifender Art, so wie man ihn als Kind erzogen hat. Bei dem Dauphin muß man die Rute gebrauchen, findet er, „denn er hat einen dicken Schädel ... Hat Mutter Gla (Madame Montglat) meinen Sohn auch ordentlich verhauen? Sie soll es tun, denn ich habe auch manche Tracht Prügel bezogen, was mir sehr gut bekam“.
Eine Tages bekommt der Prinz (Louis XIII.) dafür, daß er einem armen Sperling den Kopf zerquetschte, die Rute zu spüren, was die Königin (Maria von Medici) für übertrieben hält.
„Madame, antwortete ihr der König, „schickt ein Stoßgebet zu Himmel, daß ich lange lebe. Wenn ich einmal nicht mehr bin, wird er Euch mißhandeln!“
Merkwürdige Vorahnungen, die sich später – nicht grundlos – bewahrheiten sollen.
Im Schloß Saint-Germain wurden die meisten seiner Kinder geleichzeitig erzogen. Auch die illegitimen Kinder seiner Mätressen. Der König bestand darauf daß die drei Kinder von Gabrielle d´Estrées, zwei von Henriette d´Entragues und zwei von Jaqueline de Bueil und Charlotte des Essart – zusammen mit den Kindern aufgezogen werden, die ihm Maria de Medici schenkte: dem Thronfolger Louis, Elisabeth, der späteren Königin von Spanien, die 1602 geboren wurde, Christine von Frankreich, 1606 geboren und zukünftige Herzogin von Savoyen, Nicolas, der nru von 1607 bis 1611 lebte, Gaston von Orléans, dem 1608 geborenen, der seinen Bruder, den späteren Louis XIII., das Leben schwer machen wird, und schließlich Henriette, die erst 1609 das Licht der Welt erblicken wird und Karl I. von England heiraten sollte. Diese „kleine Truppeneinheit“ von Saint-Germain, wie Maria das Völkchen nannte, stammt von fünf verschiedenen Müttern!