13. Dezember 2009

Giovanni Paolo Pannini und die Veduten



Einige kundige Leser fragen sich wie die Gebäude und die Menschen in ihnen, in früheren Zeiten ausgesehen haben.
Wie groß waren die Plätze oder wie eng die Gassen? Wenn man heute vor historische Gebäuden steht, hat man nur eine vage Vorstellung wie einzelne Gebäude zwischen parkenden Autos und Schaufenster, auf ihre Umgebung gewirkt haben. Antwort geben einige Maler die sich der detailgetreuen Malerei, auch Vedutenmalerei genannt, gewidmet haben.
Giovanni Paolo Pannini ist besonders hervorzuheben. Als Architekt war ihm auch die bauliche Gestalt geläufig und die Perspektive von Innenräumen ist besonders komplex.
Der Stil unter dem Einfluss der Aufklärung gab dem Menschen mehr Raum, im Vergleich zu den frühen Vedutenmalerein die recht aufgeräumt und sauber wirken.



Technik der Vedutenmalerei des Bernardo Belotto gefunden bei Wikipedia:

Bei der Anfertigung einer Vedute ging Bellotto stets ähnlich vor. Zunächst wurden mehrere kleine und mittlere Zeichnungen mit Hilfe einer camera obscura angefertigt, die dann in einer großen, endgültigen Zeichnung verarbeitet wurden. Diese mit einem Lineal sehr genau angefertigte Zeichnung wurde nun quadriert, d.h. mit einem Liniengitter versehen, und mit Hilfe dieser Quadrate dann vergrößert auf die Leinwand übertragen. Ergänzend fertigte Bellotto auch Skizzen architektonischer Details und freie Skizzen der Staffagefiguren im Maßstab des Gemäldes an.
Die vorgeleimte, getrocknete Leinwand wurde zunächst einmal rot mit bolo veneziano, dann noch zweimal grundiert. Auf die fertige Grundierung zeichnete er nun ein Gitternetz entsprechend des Raster auf der Zeichnung, in das er die entsprechenden Quadranten der Zeichnung übertrug. Manche Kompositionslinien und architektonische Details zog er mit dem Lineal nach, sie sind oft noch mit bloßem Auge erkennbar.
Die Schattenpartien wurden mit Eiweißlasur aufgetragen, die Grundierung durchscheinen läßt. Die gröberen Partien wurden mit Ölfarbe ausgeführt. Für feine Linien verwendete er Temparafarbe. Manche Linien wurden durch Einritzen in die frische Farbe betont. Zuletzt wurden die Figuren aufgetragen.
Drei verschiedene Maltechniken auf ein Bild zu bringen erfordert eine vollednete Technik und ein gutes chemisches Fachwissen.

Sie bekanntesten Schüler von Pannini waren Canaletto und Bernardo Bellotto und als französischen Vertreter habe ich einige Bilder von Demachy beigefügt.


12. Dezember 2009

Pierre Corneille

Hymne

Marquise, si mon visage
A quelques traits un peu vieux,
Souvenez-vous qu‘à mon âge
Vous ne vaudrez guère mieux.

Le temps aux plus belles choses
Se plaît à faire un affront,
Et saura faner vos roses
Comme il a ridé mon front.

Le même cours des planètes
Règle nos jours et nos nuits:
On m’a vu ce que êtes;
Vous serez ce que je suis.

Cependant j’ai quelques charmes
Qui sont assez éclatants
Pour n’avoir pas trop d’alarmes
De ces ravages du temps.

Vous en avez qu’on adore,
Mais ceux que vous méprisez
Pourroient bien durer encore
Quand ceux-là seront usés
...


Marquise, wenn auch mein Antlitz
In einigen Zügen schon alt,
So wißt doch, wenn Ihr so alt seid,
Ihr kaum wohl besser gefallt.

Denn selbst die reizendsten Dinge
Läßt ungern die Zeit bestehn,
Sie , die mir die Stirne zerfuchte,
Läßt Eure Rosen vergehn.

Der gleiche Gang der Planeten
Bestimmt unserer Tage fliehn,
Ihr seid heut, was ich gewesen,
Ihr werdet, was ich jetzt bin.

Doch habe ich einige Reize,
Die sind von so großem Wert,
Daß ich mich nicht darüber errege,
Wenn anders die Zeit verheert.

Auch Eure Reize gefallen,
Doch jene, die Ihr verlacht,
Sie werden vielleicht noch bestehen,
Wenn Euren ein Ende gemacht.
...



Da ich schon über Jean Racine geschrieben habe, kann ich euch Pierre Corneille nicht verenthalten. Jean Racine war der Nachfolger der in die Fußstapfen des großen Corneille folgte.
Corneille geboren 1606 war der erste große Dramatiker Frankreichs, dessen Werke der Weltliteratur zugehören. Er war Mitglied der Académie française. Corneille stammte aus einer Juristenfamilie und studierte zunächst Rechtswissenschaft. Wegen eines Sprachfehlers übte er seinen Advokatenberuf nur zeitweise aus. – Als Dichter ist er zunächst mit Intrigenlustspielen hervorgetreten. Seine bedeutendeste Komödie, der 1644 entstandene „Menteur“, ist ein Vorläufer der Charakterkomödien Molièrs. Der nach spanischer Vorlage geschriebenen „Cid“ (1636) ist die erste klassische französische Tragödie, deren Stil und Probelmstellung für die dramatische Kunst Westeuropas vorbildlich wurden. Neben „Cid“ gelten auch die Römertragödien „Horace“ (1640) und „Cinna“ (1640) sowie die Märtyrertragödie „Polyeucte“ (1642) als Meisterwerke, in denen Corneille die antiken Vorlagen nach seinen Stile in das französiche Drama überträgt. Im Vergleich zu den Dramen sind seine sonstigen Werke nur von untergeordneter Bedeutung.


Text nach: Oeuvres des Pierre Corneille, Ch. Mary-Laveux, 1862 ff., in: Les Grands Ecrivains de la France.

24. November 2009

Der Mehlkrieg


Louis XVI. berief als junger König, 1774 Anne Robert Jaques Turgot als Finanzminister. Turgot der bekannteste und begabteste Nationalökonom hatte, bereits in der Provinz Erfolge mit Neuorganisationen von Steuereinnahmen, Zöllen und Infrastruktur gesammelt und versuchte den maroden Staatshaushalt in Frankreich auf neue Beine zu stellen.
Er legte einen strengen Sparkurs an forderte Einsparungen auch bei den Hofämtern. Marie Antoinette war anfangs begeistert und verzichtete auf Gold und Silber bei Ihrem Aufputz. Das war mehr eine symbolische Geste und als Turgot die Hofämter Ihrer Günstlinge streichen wollte, hat ihn die Königin nicht mehr unterstützt. Die Apanage von Marie Antoinette wurde im Jahre 1774 von Louis Auguste von 79000 auf 200000 Livres jährlich erhöht, das waren 80000 in Golddukaten jährlich. Diese Beträge wurden Ihr in monatlichen Beiträgen persönlich eingehändigt. Die Zuwendung für die Königin waren nicht ein Kritikpunkt von Turgot, sondern die vielen unnötigen Hofämter.

Weitere Änderung war eine grundlegende Liberalisierung des Warenhandels, Aufhebung der Binnenzölle und eine verbesserte Verkehrverbindungen. Unter Turgot wurde der Postverkehr erheblich verbessert und die Postkutschen mit leichteren Wägen bespannt, die schneller ihr Ziel erreichten.
Dir Grundzüge seiner Politik waren eine Liberalisierung und Stärkung der Wirtschaft,die Abschaffung der Frohnarbeit, eine Kopfsteuer für alle Bürger nach ihrem Einkommen, die Verbesserung der Infrastruktur und eine staatliche Armen- und Krankenversorgung.

Durch die Aufhebung der staatlichen Preisbindung von Getreide im Jahre 1774, die unmittelbar auf eine schlechte Ernte folgte, war im April und Mai 1775 Unruhen in Frankreich die Folge, die als der Mehlkrieg, guerre des farines, bekannt wurde.
Bei der Preisfreigabe 1774 wurde mit Getreide spekuliert und die Preise wurden über den Winter 1774 bis ins Frühjahr 1775 immer höher. Es folgten Unruhen in den Städten und Plünderungen der Getreidelager. Die geplünderten Lager wurden finanziell abgegolten und es war ein organisiertes Vorgehen der Bevölkerung zu erkennen. Louis XVI. setzte 25000 Soldaten ein um die Revolte niederzuschlagen und einige Rädelsführer wurden verurteilt. Die staatliche Preisbindung wurde wieder eingeführt und das Ansehen Turgots war trotz seiner Erfolge dahin.
Als bekannt wurde daß auch Mitglieder der Königlichen Familie an den Getreidespekulationen beteiligt waren, war der Vertrauensverlust bei der Bevölkerung groß und man sah die ersten Vorboten der Revolution.

Turgot war nach dieser Krise, weder beim Adel noch bei der Kirche akzeptiert, die Minister mieden ihn, und bei Hof wurde er auch unbeliebt. 1776 musste er schon seinen Abschied nehmen. Turgot mehr Philosoph als Minister hätte mit mehr Unterstützung und mehr Zeit, Frankreich im Sinne eines aufgeklärten Absolutismus voran bringen können.

8. November 2009

Ferdinand Karl von Habsburg-Este

Der Bruder von Marie Antoinette kam 1754 zur Welt und war das männliche Gegenstück der späteren französischen Königin.
Die beiden Kinder machten der Kaiserin Maria Theresia rechte Sorgen. Ferdinand Karl wollte nicht so recht seinem Unterricht folgen und auch Marie Antoinette nutzte jede Möglichkeit um ihren Unterricht zu schwänzen.
Was oft strenge Rügen der Mutter zur Folge hatte.
In seinem 15. Lebensjahr, als der junge Erzherzog schon zur baldigen Heirat vorbereitet wurde, schrieb ihm die Mutter folgende Zeilen:

Ihr vernachlässigt immer wieder Eure Studien, und die Zerstreuung, die man Euch erlaubt, machen euch nur träger und weniger fleißig. Ich muß Euch warnen, es muß anders werden, und Eurer Aufenthalt in Laxenburg wird voller Arbeit sein. Die Lehrer sollen bei ihren Berichten über die Stunden hinzufügen, ob die Stunde vom Anfang bis zum Ende ohne Unterbrechung genau eingehalten worden ist, ohne Abschweifungen und unangebrachte Gespräche. Wenn ihr eine Stunde versäumt, müßt Ihr sie nachholen, selbst wenn es abends statt des Spaziergangs ist. Ich bedaure, daß ihr mich zu diesem Vorgehen zwingt, aber da ihr nicht meinen Rat einnehmt, bin ich gezwungen, Euch so zu behandeln.

Nur die Predigten halfen wenig. Ferdinand Karl war ein Tunichtgut leichtsinnig, vergnügungssüchtig und arbeitsscheu. Die Mutter wußte das, sie rügte und tadelte ihn und versuchte ihn mit allen Mittel zu bessern. Nur es half nichts. Ferdinand Karl der von der Thronfolge, an aussichtsloser Stelle hinter seinen Brüdern Joseph und Leopold lag, war für höhere Aufgaben nicht berufen.
Nach dem Tod seines Bruders Karl der schon ihn jungen Jahren verstarb, kam er bei dem Herzogtum Modena zum Zuge.
Ohne das er was von seinem Glück wußte schmiedete schon seit Jahren seine Mutter die Heiratspläne für ihren Sohn.
Das Herzogtum Modena, wo der berühmte Marmor gebrochen wurde, war wegen seines Reichtums und seiner geographischen Lage ein begehrtes Territorium und Marie Beatrix somit eine begehrenswerte Partie.
Der Großvater Franz III. von Modena-Este, der im Herzogtum Mailand als kaiserlicher Statthalter waltete, erzog seine Enkelin im Sinne der Kaiserin. Marie Beatrix von Modena-Este stand schon jahrelang in der Gunst Maria Theresia, die ihre zukünftige Schwiegertochter werden sollte und häufig brieflich ihre mütterliche Zuneigung zum Ausdruck brachte. Über die Allüren ihres Sohnes Ferdinand Karl ließ sie kein Wort fallen.

Ferdinand reifte zum Jüngling und man hatte ihn sehr zu seinem Leidwesen als Bräutigam „per procurationem“ vorgesehen. Bei seiner Schwester Maria Karolina 1768, 1769 bei Maria Amalia gab er den Herzog von Parma und Piacenza, und 1770 bei der Hochzeit von Marie Antoinette mußte er als Dauphin von Frankreich, herhalten. In der Familie wurde er als der „falsche Ferdl“ benannt. Seine eigene Hochzeit mit Marie Beatrice fand am 23. September 1771 in Mailand statt.

Der Hof von Ferdinand Karl, in Modena, war leger und die Tafel zu mittag, der erste Höhepunkt des Tages. Bei der Mittagstafel wurde nach mediteranner Sitte bis spät in den nachmittag diniert.
Ferdinand Karl hatte dann nur wenig Zeit für seine Briefe, vorwiegend an seine Mutter, so das er selbst zum Souper oder in die Oper zu spät kam.
In der Oper wartete man geduldig bis der Statthalter auftauchte, ob Sänger, Orchester und Publikum, alle hatten auf den Auftritt von Ferdinand zu warten, was sogar zwei Stunden dauern konnte.
Ferdinand Karl nahm es mit dem regieren nicht so genau, den er war streng unter der Aufsicht von Maria Theresia und Fürst Kaunitz und später unter seinem Bruder Joseph II.
Frei nach dem Motte:
Zum Herrschen geboren, nicht zum Herrscher geboren
gab Maria Theresia ihren Plan, Ferdinand zu bessern, auf und die Kaiserin führte daher bei Ihren Enkelkinder das Regiment nach ihrem Credo:
Gehorsam, Frömmigkeit und Pflichterfüllung
Maria Theresia wählte die Erzieherinnen für Ihre Enkelkinder persönlich aus und hatte ein strenges Auge auf die Erziehung der reichlichen Kinderschar von Ferdinand Karl und Marie Beatrice.

Das Paar lebte er bis zum Eimarsch Napoleons 1796, 25 sorgenfreie Jahre in Modena, dann mußten sie fluchtartig das Herzogtum verlassen und nach Wien ziehen. Er konnte in sein geliebte Lombardei nicht mehr zurückkehren und lebte bis zu seinem Tode 1806 in Wien. Er hinterließ eine reichliche Nachkommenschaft für das Haus Habsburg-Este.

1. November 2009

Geburtstag von Marie Antoinette


Morgen begehen wir den 254. Geburtstag von Marie Antoienette. In diesem Blog haben wir 2007 ausführlich über die Geburt der jungen Erzherzogin berichtet.

Als Geburtstagsgruß möchte ich euch das wenig bekannte Portraits von Joseph Guttenbrunn beifügen, daß Marie Antoinette als die Muse Erato, die Muse der Musik darstellt. Sie wurde mit Harfe abgebildet, den das Harfenspiel beherrschte Marie Antoinette leidlich.
Die Königin von Frankreich war eine große Gönnerin der Kunst und im Jahre 1789 als dieses Bild entstand war die Revolution noch am Anfang und man erinnerte sich noch an das Gute das Marie Antoinette vollbracht hatte.

30. Oktober 2009

Marie Antoinette, Joseph II. und Leopold II.


Im Jahre 2005 erschien die komplette Ausgabe aller Briefe von Marie Antoinette und ihren Brüdern Leopold und Joseph. Das Buch ist ein Faksimiledruck der Ausgabe, die Alfred Arneth im 19. Jahrhundert veröffentlicht hat.
Die Briefe sind in französischer Sprache gedruckt mit deutschen Titeln und Fußnoten versehen.
Es sind die Briefe, auf die der Hofarchivar zugreifen konnte und die größtenteils im Original in Hof- Staats- und Kammerarchiv in Wien abgelegt wurden. Es liegt auch eine umfangreiche Korrespodenz, von Graf de Mercy und Marie Antoinette, bei.

Das gezeigte Buch ist als Paperback unter ISBN 1-4212-4442-X erhältlich und ein nagelneues Exemplar steht bei mir im Bücherregal.;)
Für sparsame Leser gibt es diese Ausgabe auch als ebook bei googlebook



25. Oktober 2009

Büste von Marie Antoinette



Bei Ebay wird ein Leckerbissen für alle Marie Antoinette Fans versteigert.
Eine Porzellanbüste mit fast 40 cm Höhe aus Biskuitporzellan der Manufaktur Scheibe-Alsbach/Thüringen. Eine seltene Darstellung der Königin von Frankreich auf eckigem, abgesetztem Säulensockel mit verschiedenen Ornamenten verziert.
Die Büste sieht sehr gut getroffen aus und die Verarbeitung und die Haltung der Hände finde ich gelungen.

Einen Link zu Ebay habe ich euch in den Titellink eingefügt.