20. Mai 2009

Marianne Harland und duc de Lauzun

Spoughton, den 4. Mai 1773


Zweifellos glauben Sie daß ich vergessen habe, mein lieber Lauzun, weil ich Ihnen lange nicht schrieb. Ich schwöre Ihnen, es ist nicht meine Schuld. Ein Mädchen, das Sie mit Ihrer besonderen Aufmerksamkeit beehrt haben, wird der Gegenstand der Aufmerksamkeit ihrer Eltern und wird auf Schritt und Tritt bewacht.
Feder und Tinte verweigert man mir. Nicht aus Mißtrauen, wie meine Mutter sagt, aber der größeren Sicherheit halber. Anstatt zu schlafen, schreibe ich Dir und bringe damit wahrlich kein Opfer. Denn, wem könnte ich von meiner lächerlichen Lage erzählen, und wer könnte sie besser verstehen als Lauzun? Ich habe einen Anbeter, der nicht, wie Du, die Ungeschicklichkeit besitzt, verheiratet zu sein. Sir Marmeduke legt mir ein ungeheures Vermögen und, was schlimmer ist, eine ungeheure Person zu Füßen. Er will, daß ich ihn liebe; und das finde ich ein wenig über meine Kräfte gehend. Ich will Dir also meine neue Eroberung beschreiben und Du sollst sehen, ob sie Dir ähnelt.
Sir Marmeduke ist nicht größer als eins der alten Fauteuils, die sich in unserem Zimmer in Bristol befanden, in demselben Zimmer, wo Du so gut empfangen worden bist. Er ist sehr dick, was vorläufig nur unangenehm ist; später aber, wenn er nur ein wenig zunimmt, könnte es sehr merkwürdig wirken. Er ist außerordentlich blond. Kleine dicke, geschwollene Beine tragen in schwerfällig in meine Nähe und lassen ihn leider sehr lange hier verweilen. Diese ungeheure Fleischmasse trinkt viel Portwein, jagt den Fuchs und hält Rennpferde, ganz wie Du. Er versichert mir, das alles würde mich sehr unterhalten. Mit einem Wort: er ist sehr nett, und wenn er in London leben will, heirate ich ihn. Du brauchst Dich nicht darüber zu ärgern, denn Du verlierst ja nichts in einem Vergleich.
Wenn ich aber in der Provinz leben muß, bin ich die Dienerin Sir Marmedukes und bleibe Dir treu. Ich, jung, hübsch, verrückt auf alles, was liebenswürdig ist, gewöhnt an die Huldigungen alles eleganten und begehrenswerten Männer von ganz London, die Frau eines „Hunters“! Dazu bestimmt, mein Leben zwischen meinem Mann und dem alten Pfarrer der Parochie zu verbringen und darauf angewiesen zu sein, wenn ich mich unterhalten will, mit dem weniger Betrunkenen von beiden zu unterhalten: Stelle Dir Marianne vor, ihr Gesicht, ihren Charakter, ihr Wesen, und denke, ob das möglich ist!
Mein dicker Verehrer bereitet für mich ein seiner würdiges Fest vor. In vierzehn Tagen finden die Rennen von Ipswich statt. Er hat einen golden Becher anfertigen lassen, der schwerer ist als ich, und von einem Pferd gewonnen werden soll, das ihn zweitausend Louisdor gekostet hat. Er erbittert von mir die Gunst, mir diesen Becher zu Füßen legen zu dürfen.
Warum kommst Du nicht zum Rennen? ... Nein, nach reiflicher Überlegung: es ist besser, Du kommst nicht! Du würdest imstande sein, den greulichen Kerl zu töten! Warte wenigstens, bis ich seine Frau bin. Leb wohl. Fanny* schickt Dir tausend Grüße und ich, ich liebe Dich wirklich auf eine Weise, die für jedes andere Mädchen mit weniger klarem Kopfe erschreckend wäre.



duc de Lauzun:

Miß Marianne Harland war noch nicht sechzehn. Sie war klein, zierlich, hatte schönes Haar, hübsche Augen, reizende Zähne, eine Stimme wie die Gabrielli* und wußte sich ihrer auch so gut zu bedienen. Sie besaß große Gefallsucht, die stets dem Ehrgeiz untergeordnet war, eine glänzende Heirat zu machen. Das ist, glaube ich, die genaue Beschreibung des Äußeren und des Charakters Miß Marianne Harlands.



Mich gelüstete nach dem großen Goldbecher. Ich besaß in New-Market ganz gute Pferde und schickte einen der besten Renner nach Ipswich. Sein Alter, sein Name, zehn Guineen genügten, daß er angenommen wurde. Ein kleiner schwarzgekleideter Jockei befolgte genau seine Instruktionen, hielt sich bescheiden während des ganzen Rennens hinter dem Pferde Sir Marmedukes und hundert Schritt vor dem Winning Port schoß er wie ein Pfeil hervor.
Er gewann den Pokal und überreichte ihn Marianne mit einem Briefchen folgenden Inhalts:
Da Sir Marmeduke einen Augenblick zu spät anlangte, so gestatten Sie mir, seine Instruktionen zu befolgen und Ihnen den Becher zu Füßen zu legen.“
Marianne erkannte meine Schrift. „Er ist reizend“ sagte sie lachend.


*Fanny Harland, ältere Schwester von Marianne Harland
*Gabrielli, Katharina Gabrielli berühmte italienische Sängerin

11. Mai 2009

Zitrustage in der Orangerie - 15. bis 17. Mai



Besuchen Sie die traditionellen Wiener Zitrustage im geschichtsträchtigen Ambiente der Orangerie Schönbrunn.
Erleben Sie mediterranes Flair und bewundern Sie die wervollen Sammlung historischer Zitruspflanzen der Österreichischen Bundesgärten.
Verkauf von ausgefallenen Zitrusspezialitäten, Pflanzen für den Wintergarten, Kräutern und exotischen Gewürzen, winterharter Palmen sowie Fachbüchern
Es finden auch Spezialführungen durch die Orangerie statt, die nicht öffentlich zugänglich sind.
Die Führungen beginnen, von Herrn Hofrat Dr. Leopold Urban moderiert am Samstag und Sonntag ab 15 00.

Eintritt 4 Euro, Führungskosten 5 Euro.
Verbinden Sie Ihren Besuch mit einen kurzen Abstecher in den Schlosspark Hetzendorf zu der Ausstellung "Salon jardin" nur wenige Busstatione enfernt.
Veranstalter. Österreichische Gartenbau Gesellschaft ÖGG

9. Mai 2009

Gargantua und Pantagruel


In dem satirisch-fantastischen fünfteiligen Romanzyklus Gargantua und Pantagruel verbindet François Rabelais mit bemerkenswerter Fabulierkunst Gelehrsamkeit und Volksweisheit, Spaß und Geist und fordert die Menschen zur Abkehr vom scholastischen und dogmatischen Denken auf.

Entstehung:
Rabelais arbeitete über 20 Jahre an der Pentalogie. Das fünfte Buch erschien postum und ist vermutlich ursprünglich ein Teil des dritten bzw. vierten Buchs gewesen.
Inhalt:
Nach Art der Ritterromane erzählt Rabelais die merkwürdig anmutenden Abenteuer der beiden Riesenkönige Gargantua und Pantagruel. Pantagruel ist durch immerwährenden Durst und enormen Appetit zu einer grotesk-gewaltigen Lebensführung genötigt, die allerdings auch mit einem unmäßigen Bildungshunger und Studieneifer verbunden ist. Diese Grundannahmen, die zum Teil auf alte Volksbücher und auf das berühmte Vorbild der Chansons de Geste aus dem Mittelalter zurückgehen, gestatten Rabelais, die Geschichte seiner beiden Helden und ihres Freundes Panurge* mit einer an Episoden überreichen, sich assoziativ fortsetzenden Handlung zu verbinden.
Rabelais verknüpft populäres Erzählgut mit freier Fantasie, Legenden, Sagen und Seemannsgarn. Die unbekümmert wirkende sprachlich herausragende Präsentation ist dabei ebenso wichtig wie die erkennbaren Handlungsstränge, die teilweise sogar in den Hintergrund treten können. So wird die Frage, ob Panurgel nach seiner Heirat von seiner Frau betrogen werden könnte, zum Ausgangspunkt einer weitläufigen Satire auf den Wissenschaftsbetrieb.
Struktur
Die eingehende Bildung sowie Erfahrung des Autors bilden das Fundament der Pentalogie, deren Stoff der Autor in den Klöstern und Bildungsstätten des Landes erworben und gesammelt hat. Montpellier, Lyon, aber auch Straßburg, Briancon, Grenoble oder Metz hat Rabelais besucht, erlebt und in seinem vielfältigen Frankreichbild mit einer im dritten und vierten Band immer stärker anekdotisch zerfallenden Romanhandlung verbunden. Besonders genau schildert Rabelais seine Heimat an der Loire, die zu jener Zeit aus Kernland der Valois-Herrscher der Mittelpunkt des Königtums war. Das Land um Chinon ist Schauplatz des absurden Picrocholine-Krieges. Der tapferste in dieser Auseinandersetzung ist Bruder Jean, ein nicht sehr frommer Mönch, der zum Lohn von Gargantua die Abtei Thelème zugesprochen erhält.
Sie ist das deutlichste positive Wunschbild des Werks, eine ideale Bildungsstätte in der jeder tun kann, wie ihm beliebt und in die nur schöne Menschen aufgenommen werden.
Da das Werk deutliche satirische Porträts wirklicher Personen enthält, hat man auch hinter den fantastischen Namen historische Persönlichkeiten vermutet: Grandgousier sei Ludwig XII., Gargamella Anna de Bretagne, Gargantua Franz I., Pantagruel demnach Heinrich II. und der verschlagene Panurgel der Kardinal von Lothringen, ein Günstling Heinrichs II. In der Gestalt des Bruders Jean sahen Kundige den Kardinal du Bellay, den reichen und mächtigen Gönner des Dichters.
Wirkung:
Die Wortschöpfungen, Anspielungen und Verballhornungen, für die neben eben den antiken Sprachen auch das Rotwelsch Pate stand, haben sich über den Übersetzer Johannes Fischart alias Erich Dombrowski auch im deutschen Sprachraum verbreitet. Das Werk begründete den Ruhm des Dichters und fand viele Nachahmer.





Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)
* griech., der mit allen Wassern Gewaschene

7. März 2009

Fleur-de-lys oder Fleur-de-lis

In der christlichen Symbolik bezeichnet es die Dreifaltigkeit. Im politischen Bereich steht das Liliensymbol für Frankreich und insbesondere die französische Monarchie.
Die Experten streiten sich darüber ob das Symbol tatsächlich von einer Lilie oder von einer Iris abgeleitet ist, denn jedes der beiden Zeichen hat ihren eigenen symbolischen Gehalt.
Die wörtliche Übersetzung des Begriffs lautet „Blume der Lilie“. Doch bei der Lys handelt es sich eindeutig um die Iris. Üblicherweise ist Fleur-de-lis in der Tradition der französischen Heraldik gelb, und Gelb ist die natürliche Farbe der Iris, wohingegen die Lilie traditionell weiß ist, besonders in der Heraldik. Als weitverbreitetes heraldisches Symbol besteht Fleur-de-lis aus drei an Blütenblättern erinnernde Formen, die durch einen kleinen horizontalen Balken zusammengehalten werden.
König Ludwig VI. der Dicke dürfte es auch gewesen sein, der das blaue Linienbanner als Symbol Frankreichs erstmals eingesetzt hat. Die zahlreichen heraldischen Lilien waren zunächst auf blauem Tuch verteilt. Allmählich wurde die Anzahl aus praktischen Gründen auf drei reduziert und spätestens seit König Karl V. diese Anzahl offiziell festgelegt und die Heilige Dreifaltigkeit damit verbunden.
Entscheidender ist aber die fundamentale Bedeutung des Lilienbanners: Der Mantel des Heiligen Martins und die Oriflamme hatten, als Original oder im Laufe der Zeit erneuerte Kopie, nur als Einzelstück ihre Wirkung - vergleichbar einer Reliquie. Dem gegenüber steht das Lilienbanner als Hoheitszeichen. Nicht die Fahne als Einzelstück steht im Vordergrund, sondern die Lilie als Symbol für König und den Staat Frankreich.






Die Reliquie des Heiligen Martin
Martin von Tour (316/317-397), der zunächst Missionar von Gallien, später Schutzpatron des Frankenreichs unter den Merowingern war, hatte der Legende nach seinen Mantel mit einem Bettler geteilt. Der Merowingerkönig Chlodwig I. (482-511) suchte nach Reliquien, ließ um 500 das Grab Martins öffnen und bewahrte den Mantel in einem tragbaren Schrein auf. Fortan wurde dieser bei den Schlachten der Frankenkönige mitgeführt. Dies ist erstmals 507 in der Schlacht von Vouillé belegt, in der die Franken die Westgoten entscheidend geschlagen haben. Der Mantel, oder stellvertretend einfarbige Fahnen in Blau, galten nun als Siegeszeichen. Die überragende Bedeutung zeigt sich in dem eigens errichteten Schrein, von dem sich das Wort Kapelle, von lateinisch cappa oder capella von Mantel, ableiten lässt.
Auch das Geschlecht der Kapetinger hat ihren Namen von der Mantelreliquie, Der blaue Mantel verlor seine Bedeutung als Siegeszeichen im Jahre 1356, als das französische Ritterheer in der Schlacht von Maupertuis von den Engländern vernichtend geschlagen wurde und in deren Hände fiel. Über den weiteren Verbleib ist nichts bekannt.

Die Oriflamme
Eine weitere bedeutende Rolle in der Flaggengeschichte Frankreichs spielte die rote Fahne von Karl des Großen. Diese wurde im Jahre 800 von Papst Leo III. anlässlich seiner Kaiserkrönung in Rom überreicht. Das genaue Aussehen dieser Fahne ist nicht bekannt. Vermutet wird ein für das Frühmittelalter üblicher Fahnentyp, dem Gonfanon. Aufgrund der rot-goldenen Farbe, die möglicherweise Rosen enthielt, und den länglichen Zipfeln, wird die Fahne Oriflamme (lat. auri flamma Goldflamme) genannt. Die Fahne Karl des Großen ähnelt vermutlich der Oriflamme, welche Dionysius von Paris (3. Jhdt) zugeschrieben wird und dessen Recht zu führen bei den Grafen von Vexin lag. König Philipp I. erwarb diesen Titel und sein Sohn König Ludwig VI. der Dicke, wählte 1124 die Oriflamme als Kriegsfahne. In vier Kreuzzügen und siebzehn weiteren Kriegen wurde diese Fahne geführt und erklärt möglicherweise das rote Kreuz, das französische Kreuzfahrer als Zeichen trugen. Wie der Mantel des Heiligen Martins, endete jedoch die Tradition mit einer verlorenen Schlacht gegen England, die 1415 als Schlacht von Azincourt in die Geschichte einging.

22. Februar 2009

Die Freimaurer und die Revolution


Herzog Franz Stephan von Lothringen, der Vater von Marie Antoinette wurde am 14, Mai 1731, in den Den Haag den damaligen österreichisch Niederlanden in die Freimauerei aufgenommen. 1742 erfolgte die erste Logengründung in Wien. Es waren Aristokraten, die freimaurerisches Gedankengut aufnahmen und die Freimauerei verbreiteten.
Der Papst erließ am 28. April 1738 eine Bulle mit der er die Freimaurerei als Sekte verdammte.
Franz Stephan hielt seine schützende Hand über die Freimaurer und sein Verhaltungsbefehl für das Habsburgerreich lautete: „Man sollte die Bulle zwar annehmen, aber sie weiter nicht in Ausübung setzten.“

Die Kaiserin Maria Theresia erließ 1766 und 1767, Verbote gegen die Freimaurer die aber praktisch nicht angewendet wurden.
Auch der Sohn und Kaiser, Joseph II. hatte im Umgang mit den Freimaurern ein sehr offenes Verhältnis. Viele bedeutende Männer waren im Dienst der Habsburger und die Ideale der Freimaurer fanden in Österreich des 18 Jhdt. ihren Durchbruch.
Kaiser Joseph II. war nie Freimaurer gewesen hat aber in Zusammenarbeit mit der damaligen Großlogenführung am 11. Dezember 1785, eine Anordnung erlassen die die Freimauerei unter seinen Schutz stellte.
Mit dem Ausbruch der Revolution wurden die Freimaurere in Österreich nicht so wohlwollend wie davor behandelt.

In Frankreich ging die Freimauerei einen anderen Weg. Die katholische Kirche ging offen gegen Freimauerei vor und versuchte stets, auch den Staat zu Maßnahmen gegen Freimaurer zu veranlassen. Die Freimaurerei befand sich meist in defensiver Position, woraus sich kämpferische Energien entwickelten. Von Harmonie mit den Mächtigen konnte keine Rede sein.
Hinzu kam der Kampf gegen den Absolutismus mit dem Höhepunkt der Französischen Revolution, der ein weiteres dynamisches Element darstellte, von dem die Freimauerei nicht unberührt blieb. Sie hat seitdem stets die Gesellschaft in ihre Humanitätsvorstellungen einbezogen und einen politischen und kämpferischen Geist entwickelt. Die Freimauerei wurde früh zu einem Sammelort der geistigen Ströme in Frankreich. Teile des Bürgertums und des Adels fühlten sich angezogen. Einzelne bekannte Freimaurer traten offen mit geistigen Konzeptionen in Erscheinung und setzten sich für die Menschenrechte, für Gewaltenteilung im Staat und für Demokratie ein. Als solche wären zu nennen: D’Alembert, Diderot, Beaumarchais, Chenier, Danton, Helvetius, Baron Holbach, Lafayette, Montesquieu, La Rochefoucauld, Abbé Siéysès, Talleyand, Voltaire und viele andere.
Die Freimaurerlogen strebten Veränderungen an, aber gewaltlos. Dass sie direkt die Französische Revolution vorbereitetet haben und an ihr beteiligt waren – ist unrichtig. Wohl waren einzelne Freimaurer auch Jakobiner und Revolutionäre, aber sie waren es dann als Einzelpersonen.
Nach manchem wechselvollen Schicksal ist die Freimaurerei in Frankreich heute dreigeteilt:

Grande Loge Nationale Francaise in Neuilly-sur –Seine.
1913 gegründet und als einzige von der United Grand Lodge in England anerkannt. Gegründet durch Engländer auf englische Anregung hin, Sie umfassen 3 000 – 4 000 Mitglieder.

Grande Loge de France in Paris
Wurzeln gehen in die Zeit vor der Französischen Revolution zurück. Aus formalen Gründen von der United Grand Lodge in England nicht anerkannt. Sie erkennt das Prinzip des Allmächtigen Baumeister* aller Welten an und legt erneut die Bibel auf. Sie zählt an die 15 000 Mitglieder.

Grand Orient de France in Paris
1772 gegründet. Sie verwendet das Symbol des Allmächtigen Baumeisters* alle Welten nicht und legt nicht die Bibel auf. Ein weißes Buch wird stattdessen verwendet. Von der United Grand Lodge in England wir sie nicht anerkannt. Sie umfasst 28 000 Mitglieder.

Text von Horst Kischke und Hellmut Andics



Die Französische Deklaration der Menschenrechte mit dem Freimaurerzeichen, "das allsehenden Auge"

*Als Symbol oder Prinzip „des Allmächtigen Baumeisters aller Welten“ ist zu verstehen, daß die genannten Logen die monotheistischen Glaubenslinie mit den drei großen Weltreligionen anerkennen.

16. Februar 2009

Pierre de Ronsard


A MARIE STUART
Royne d’Escosse
Sonnet

Encores que la mer de bien loin nous separe ,
Si est-ce que l’esclair de vostre beau Soleil ,
De vostre œil qui n’a point au monde de pareil,
Jamais loin de mon cœur par le temps ne s’esgare

Royne , qui enfermez une Royne si rare ,
Adoucissez vostre ire , et changez de conseil!
Le Soleil se levant et allant en sommeil
Ne voit point en la terrre un acte si barbare .

Peuple , vous forligenz , aux armes noncholant
De voz ayeuz Renault , Lancelot et Rolant,
Qui prenoient d’un grand cœur por les Dames querelle,

Les gardoient ; les sauvoient : où vous n’avez François,
Ny osé regqrder ny toucher le harnois
Pour oster de servage une Royne si belle.



AN MARIA STUART
Königin von Schottland
Sonett

Obwohl uns trennt das weite, tiefe Meer,
Kann Eurer Augensonnen reines Licht,
Dem nichts auf diesem Erdenrund entspricht,
Doch meinem Herzen fern sein nimmermehr.

Weh, Königin, die eine andere Ihr
Gefangen haltet, ändert Euren Sinn!
Die Sonne kennt, so weit sie wandelt hin,
Nicht schlechtre Tat auf dieser Erde hier.

Volk, du vergißt, den Waffen nimmer hold,
Die Taten Roland, Lanzelots, die noch
Kampffroh für edel Frauen traten ein,

Sie zu beschützen. Ihr Franzosen doch
Ja Waffen weder sehn noch führen wollt,
Um aus der Schmach Maria zu befrein.




Pierre de Ronsard
Ronsard (geb. 1524 auf Schloss La Poissonière, gest. 1585 in Saint-Cosme-lès-Torus) ist das Haupt ders Dichterkreises der Pléiade und Poeta laureatus seiner Zeit; Verschiedene Könige protegierten ihn, und Dichter wie Tasso bezeugten im ihre Verehrung. – Alter von zehn Jahren trat er als Page in den Hofdienst. Als Begleiter verschiedener Fürsten oder als Gesandter unternahm er große Auslandsreisen. Durch die Krankheit wurde Ronsard schwerhörig und mußte den Hofdienst verlassen. Nun studierte er die antiken Sprachen und Literatur und begründete mit jungen Dichterfreunden die „Brigade“, aus der sich der Dichterkreis „Pléiade“ entwicklete. Ein Jahr nach dem Erscheinen von du Bellays „Defense et Illustration de la Langue Française“ veröffentlichte er als erster Oden in französischer Sprache, die sogleich großes Aufsehen erregten, dann in rascher Folge die Sammlungen „Amours“, „Le Bocage“ und „Hymnes“. 1573 erschien die unter dem Einfluß Homers und Tassos entstandene „Fraciade“, mit der er den Versuch machte, das Versepos in Frankreich einzuführen. Etwa zehn Jahre vor seinem Tode begann sein Ruhm zu verblassen: Die Zeitgenossen bevorzugten die weniger kunstvolle Lyrik von Desportes. Ronsard verbrachte seine letzten Lebensjahre in derr Zurückgezogenheit eines Klosters. – Erst im 19. Jhdt. Wurde Ronsard durch die Romantiker, insbesodere Sainte-Beuve, wieder zur Geltung gebracht.

Texte nach: Oeuvres complétes des Rosard, hrsg. Von H. Vaganay, 1923 ff., Sonnet Homère aus dem Pièces restanchéses nach:Ouevres de Pierre de Ronsard, hrsg, von Ch. Marty- Laveaux, 1887 ff. (Pléiade Françoise). Sonett „Mignonne, levez-vous“ nach: Oeuvres complétes de Pierre de Ronsard, rsg. Von Prosper Blanchemain, 1857