10. März 2008

Musik am Französischen Hof - Teil II






AM HOF
LOUIS XV. & XVI.





Erst mit dem Einzug Louis XV in Versailles (man hatte den Palast nach dem Tode Louis XIV verlassen) nahm die Hofmusik einen neuen Aufschwung.
Oberhofmeister wurde André Cardinal Destouches, doch in Paris machte ein anderer Mann von sich reden:
Jean Philippe Rameau, er war eigentlich Organist und Musiktheoretiker, dann im alter von 50 Jahren brachte er eine Oper auf die Bühne „Hippolyte et Aricie“, diese Oper war so neuartig und doch zutiefst französisch, dass sie einen Skandal herauf beschwörte.

Doch die Entrüstung schlug bald um in Begeisterung und man führte seine Werke genauso oft auf wie die von Lully und Campra.


Aufführung des Prunkballetts "La Princesse de Navarre" von Rameau zur Hochzeit des Dauphins dem Vater Louis XVI.

1745 hatte Rameau Gelegenheit gleich mit mehreren Werken den Hof zu beehren.
Der König war begeistert und nahm ihn in die königliche Kammer auf.
Zu dem Ballett „Le Temple de la Gloire“ schrieb sogar Voltaire das Libretto, doch der König würdigte ihn keines Blickes.

Neben Rameau stieg noch ein weitere Musiker in höchste Gunst auf:
Jean Joseph Cassanea de Mondonville wurde zum Liebling der Pompadour, sie sang sogar einige Rollen in seinen Pastoralen.

Paris wurde allerdings erneut durch einen musikalischen Schock erschüttert: Eine italienische Truppe war in der Stadt und spielte eine kleine komische Oper von Pergolesi „La serva Padrona“ (Die Magd als Herrin) da hier der Adel verspottet wurde fand dieses Werk großen Anklang bei den Philosophen und gebildeten Bürgen, allen voran Jean Jacques Rousseau.

Man trug fast einen Religionskrieg in Sachen Musik aus, welcher Stil nun der bessere sei, der französische oder der italienische. Doch schon längst versuchten viele Komponisten Europas die beiden Musikstile zu vermischen.

Rameau wurde zur Galionsfigur der französischen Partei, doch war ihm das sichtlich unangenehm. Dieser Musikstreit sollte das Volk und den Hof auf kultureller Ebene für immer auseinander bringen.
Denn der König verbot die Aufführung italienischer Opern.
Im Concert Spirituel das von der Familie Philidor (ebenfalls eine berühmte Musikerdynastie am Hofe) gegründet wurde war es seit der Gründung üblich zwischen den großen Motetten Lullys, Campras und Delalandes italienische Concertos und Sonaten aufzuführen.
So wurden hier Vivaldis 4 Jahreszeiten mit großem Erfolg gegeben und Georg Philipp Telemann, der berühmteste deutsche Komponist der Epoche hatte hier mehrere Auftritte.

Der kleine Mozart spielte sogar vor der königlichen Familie, später sollte er sich um eine Organistenstelle am Hof bewerben, doch wegen mangelnder Qualifikation wurde er abgelehnt....

Der Musikstil unter Louis XV blieb erzkonservativ. Während in Europa langsam die modernen Symphonien entstanden spielte man hier noch immer im alten französischen Stil.
Und so muss die Dauphine Marie Antoinette nicht schlecht gestaunt haben als zu ihrer Hochzeit im Opernhaus von Versailles die alte Tragödie „Persée“ von Lully aus dem Jahre 1682 gegeben wurde.

AM HOFE LOUIS XVI UND MARIE ANTOINETTES

Doch mit dem Tode Louis XV sollte sich einiges ändern, Louis XVI war weniger in Musik vernarrt als seine Vorgänger und Marie Antoinette bevorzugte lieber das außergewöhnliche als das Niveauvolle...

Doch mit Marie Antoinette kam auch ihr ehemaliger Cembalolehrer nach Paris, Christoph Willibald Gluck. Hier führte er seine erfolgreichsten Werke auf:
Die französische Fassung von „Orfée et Euridice“ „Iphigenie en Aulide“ „Alceste“ und „Armide“. Außerdem komponierte ein pompöses Ballett für die Hochzeit Louis XVI und Marie Antoinette.




Frankreich öffnete sich mehr und mehr den europäischen Musikeinflüssen und so wurde Paris trotz der konservativen Haltung des Hofes das neue Zentrum der Symphonie in Europa. (Diese Stellung gab die Stadt erst mit der Zunahme der Unruhen an Wien ab).
Franz Josef Haydn spielte hier seine 6 Pariser Symphonien.

Ein Abenteurer aus der neuen Welt wurde der Oberhofmeister der Musik der Königin: Jean Joseph Boulogne Chevalier de Saint Georges, ein Nachkomme von Sklaven, jetzt Offizier, Degenheld und der Schwarm der Frauen.

Antoine Dauvergne wurde von Louis XVI zum Oberhofmeister der Musik ernannt, doch der wahre Star war André Modeste Grétry, der in Paris und am Hof heitere Opern gab die sogar den Erfolg von Gluck in den Schatten stellte. Aber auch berühmte Italiener waren hier zu Gast Antonio Salieri und Antonio Sacchini komponierten einige Opern für den Hof in Versailles.

Mit der Auflösung des Hofes brach auch das kulturelle Leben zusammen. Die Schreckensherrschaft legte eine solche Zensur an den Tag, dass es einigen Komponisten den Kopf kostete weil ein König in ihren Opern auftrat...

Der Text entstammte der Feder "Duc de Berry`s",
entnommen dem letzten, wahren Marie Antoinette Forum

Zum Originaltext im Marie Antoinette Forum

7. März 2008

Musik am Französischen Hof - Teil I









AM HOF
LOUIS XIII & LOUIS XIV













Die Musik spielte seit je her eine wichtige Rolle am französischen Hof, vielleicht mehr als an jedem andern Hof in Europa.
Das höfische Ballett, indem zuerst nur die männlichen Adligen tanzten wurde zu einem der wichtigsten Repräsentationsmittel und was die höfischen Tänze angeht, so war auch hier der frz. Hof stilbildend.

Ganze Generation von Musikern, Komponisten Tanzmeistern und Instrumentenbauern standen in Diensten der Bourbonen.

Louis XIII war es der die "24 Violons du Roi" gründete, das erste feststehende Orchester Europas!
Er war nicht nur Musikbegeistert sondern selbst ein talentierter Komponist der einen sicheren Geschmack bei der Auswahl seiner Hofmusiker besaß.
Louis XIII tanzte oft Ballett und er selbst komponierte auch ein eigenes Hofballett.

Das "Ballet de Cour" ist allerdings nicht mit dem modernen Ballett zu vergleichen. Denn neben den Balletten selbst (bestehend aus dem Entrée, dem eigenetlichen Tanz und dem Abgang) gab es noch Chorszenen, die beliebten "Airs de Cour" (Lautenlieder) und rezitierte Poesie. Dann natürlich die prächtigen Kostüme und Dekors der Bühne.
Dazu kam noch eine aufwendige Bühnenmaschinerie.


In Italien entstand gerade die Oper. In Florenz hatte man im Hause des Grafen Bardi mehr durch Zufall die erste Oper (Daphne von Jacopo Peri) erschaffen. Die zweite Oper dieser Art (Euridice ebenfalls von Peri) wurde zur Hochzeit von Henrich IV von FRankreich und Maria de Medici aufgeführt. Doch in Frankreich konnte man diesem neuen Spektakel nicht so recht etwas abgewinnen.

Erst in der Zeit der Regentschaft des Kardinals Mazarin und der Mutter des Sonnenkönigs Anna von Österreich wurden die ersten italienischen Opern in Paris aufgeführt - vornehmlich von Luigi Rossi (Orfeo) und Francesco Cavalli (Xerse / Ercole amante).

Doch noch immer streubte sich vor allem der Adel und der junge König gegen diese Art Unterhaltung, allein die neuen Bühnenmaschinen von Torelli begeisterten.
In dieser Zeit kam auch ein Knabe aus Florenz an den frz. Hof.
Giovanni Battista Lulli war Sohn eines Müllers und schloß sich dem Gefolge der Mademoiselle de Guise an. Er sollte bei ihr als Dollmetscher arbeiten, wurde dann am Hof zum Küchenjunge und zum Kammerdiener.
Er erhielt seine ersten Musikunterricht und zeigte ernormes Talent.

Er schloß Freundschaft mit dem jungen Louis XIV und nach niederschlagung des Fronde-Aufstandes komponierte er einige Passagen in dem "Ballet Royal de la Nuit"
Hier trat Louis XIV zum ersten Mal als die Sonne auf.

In der Folgezeit komponierte er weitere Ballette jetzt ohne die Beteiligung der alten Meister die den Aufstieg des jungen italieners mit argwohn betrachteten.



Eine sehr informative Seite zu Lully mit etlichen Bildern und Musikbeispielen:
http://sitelully.free.fr/

Er wurde zum Hofkomponisten ernannt und zum Komponisten der königlichen Familie. 1661 nach dem Tode Mazarins übernahm Louis XIV die Regierung und seine erste Amtshandlung war die Gründung der königlichen Akademie der Musik und des Tanzes.
Der Sonnenkönig war so Musikbesessen, dass ihm eine Gruppe von Streichern überall hin folgen musste.
Lully wurde Franzose und Oberhofmeister der Musik, von nun an nannte er sich Jean Baptiste Lully.
1660 hatte Louis XIV die spanische Infantin Maria Theresia geheiratet zu diesem Anlass wurde die Prunkoper "Ercole amante" von Cavalli gegeben, Lully komponierte die Ballettmusik. Der König tanzte hier zum zweiten Mal die Rolle der Sonne und das brachte ihm den Spitznamen "Sonnenkönig" ein. Die Oper wurde indes kühl aufgenommen.

Das berühmte Fest in Vaux fand statt, dort erregte der Finanzminister Fouquet den Zorn des Königs da dieser sich auf Kosten der Staatskasse einen Palast erbauen ließ, der alles bis dahin dagewesene in den Schatten stellte. Aber hier fand auch eine besondere Zusammenarbeit zwischen Lully und dem berühmten Molière statt.
Die Ballettkomödie wurde geboren.
(Man hatte zuwenig Schauspieler, um den Darstellern genug Zeit zu geben sich umzuziehen wurden kleine Ballette eingeschoben - es war ein riesen Erfolg).

Louis XIV entschloss sich Versailles auszubauen, besonders der Park sollte vergrößert werden. In nur einigen Jahren wurde die Pracht von Vaux übertroffen und mit dem Fest "Les Plaisirs de l'Isle enchantée" wurde der frz. Hof mit einem Schlag zum Strahlendsten Platz Europas.
Das Fest gehört zu den bedeutendsten Festen in der Geschichte von Versailles, es dauerte 7 Tage und es wurden mehrere Ballette von Lully gegeben, zwei Ballettkomödien von Lully und Molière und eine Lotterie.
Der Höhepunkt war die Zerstörung des Palastes der Alcina, ein Staffagebau der auf einer künstlichen Insel im Kanal von Versailles angelegt war.

Bis 1671 arbeite Lully mit Molière zusammen, ihre Werke wurden in ganz Europa berühmt.
In dieser Zeit wurde von Robert Cambert die erste frz. Oper "Pomone" auf die Bühne gebracht, Lully beobachtete den Erfolg des Werkes mit großem Neid.
Er war Zeitlebens ein Intrigant gewesen und so stürzte er Cambert in den Ruin, als dieser im Gefängnis saß versprach Lully ihm die Freiheit wenn er ihm die Opernrechte überließ.

Lully überwarf sich mit Molière und die einstigen Freunde trennten sich im Streit, Molière starb 1673 auf der Bühne in der Rolle seiner letzten Komödie "Der eingebildete Kranke".

Lully indes verschwendete keine Zeit und brachte seine erste Oper auf die Bühne "Cadmus et Hermione", hier entwickelte er das "Air de Cour" zu ganz eigenen frz. Rezitativen um, und gab den Ballettszenen und Chören großen Raum.
Im Gegensatz zu den Ballettkomödien griff er nun wieder auf die Thematik der alten Ballette zurück: die griechische Mythologie.

Jedes Jahr folgte nun eine große Oper, auch auf dem Gebiet der geistlichen Musik setzte er Maßstäbe.
Sein Musikstil wurde in ganz Europa nachgeahmt und er hatte Schüler aus allen Teilen Europas.
Doch 1685 begann sein Stern zu sinken.
Madame de Maintenon die neue geheime Gemahlin des Sonnenkönigs brachte den König dazu Lully für sein ausschweifendes Leben zu tadeln.
Er viel in Ungnade.

1687 dirigierte er sein Te Deum um die Genesung des Königs zu feiern, doch Lully, ein temperamentvoller Mann, stieß den langen Taktstab mit dem er den Takt auf den Boden hämmerte in seinen Fuß. Die Wunde entzündete sich bald und Lully starb an Wundbrand.

Die Hofmusik war indes ein großes Vorbild für Europa geworden.
Man hatte die Musiker (300 an der Zahl) in große Sektionen eingeteilt:
die "24 Violinen des Königs", das große Orchester mit der Untersektion "La Petite Bande" welche Lully persönlich unterstand,
die "Chambre du Roi" hier wurden nur die absoluten Spitzenmusiker aufgenommen, die Chapelle Royale mit ihren 2 Chören die im Schichtbetrieb Dienst hatten und mit 4 Sous Maitres die Quartalsmäßig Dienst hatten und die "Grande Ecurie de Versailles" mit der Untersektion "La Bande des Hautbois du Roi" hier waren die Blasinstrumente vertreten und hier wurde hauptsächlich zeremonielle bzw. Militärmusik gespielt.

Diese Einteilung blieb bis zur Auflösung des Hofes von Versailles unverändert.

Nachfolger Lully wurde Michel Richard Delalande der sich vor allem auf dem Gebiet der Kirchenmusik verdient machte.
André Campra wurde in dieser Zeit zum beliebtesten Opernkomponisten, er schuf eine neue Form des Ballett de Cour, das „Opera Ballet“ „L’Europe Galante“ ist das erfolgreichste Werk von ihm.

In den letzten Jahren des Sonnenkönigs nahm auch die Kammermusik an Bedeutung zu, denn der König bevorzugte nun die intimeren Kammerkonzerte, meistens von Francois Couperin seinem Cembalomeister geleitet. Bei diesen Konzerten waren meist nur er und Madame de Maintenon anwesend.

Nach dem Tode des Sonnenkönigs übernahm der Regent, Philippe d’Orlèans die Regierung, da Louis XV noch zu jung war. Der Musikstil blieb unverändert.

Der Text entstammte der Feder "Duc de Berry`s",
entnommen dem letzten, wahren Marie Antoinette Forum
Zum Originaltext im Marie Antoinette Forum

27. Februar 2008

Das Pariser Parlament im Regime Ancien







Das Pariser Parlament ist gegen Ende des 13. Jahrhunderts von der Curia regis abgespalten worden. Ursprünglich Gerichts- und Pairshof (Curia in parlamento), brachten es die Häufung der Streitfälle und Vervollkommnung der Prozeßverfahrens mit sich, dass neben dem Geburtsadel juristische Fachleute ins Parlament gelangten, aus denen sich im Laufe der Jahrhunderte die „Noblesse de robe“, der Amtsadel konstituierte, der durch die Ausstattung mit verschiedenen Privilegien (Erblichkeit, Einahmen aus dem Amt usw.) schließlich dem Geburtsadel an Ansehen und Reichtum gleichkam.
Die richterliche Zuständigkeit des Pariser Parlaments war unbegrenzt; sie bezog sich sowohl auf das private Zivil- und Strafrecht wie auf das öffentliche Recht und erstreckte sich auf das ganze Königreich. Es war in drei Kammern eingeteilt. 1. La grand-Chambre, 2. La Chambre des Requetes und 3. La Chambre des Enquetes. Der Vorsitzende des Parlaments (der Generalprokurator) war der Kanzler und Großsiegelbewahrer, das heißt der Justizminister.
Nach dem Vorbild des Pariser Parlaments gab es für jede Provinz einem Provinzparlament. Vor 1789 waren es insgesamt 13.
Das Pariser Parlament konnte „Verordnungsurteile“, das heißt Gesetze mit vorläufiger Wirkung erlassen, Darüber hinaus gewann es politische Bedeutung dadurch, dass es die Befugnis hatte, alle königlichen Erlasse einzuregistrieren. Diese Befugnis beruhte ursprünglich auf einer ausdrücklichen Verleihung durch den König, der damit nur die lückenlose und unverfälschte Erhaltung seiner Gesetze garantieren wollte, Um sicher zu sein, dass seine Erlasse nicht womöglich früheren zuwiderliefen, befahl er dem Parlament, Im Zweifelsfällen „Vorstellungen“ (Remonstranzen) zu erheben. Aus diesem Remonstranzrecht leitete das Parlament schließlich die Überzeugung ab, ein königlicher Erlass erhalte erst durch die Registrierung in den Gerichtsakten Gesetzeskraft und das Parlament wache über die Unantastbarkeit der ungeschriebenen „Grundgesetze“ des Königreichs.
Dadurch konnte der Eindruck entstehen, als sei das Parlament die einzige Barriere gegen königliche Willkür (und so war es auch vielfach), also eine Art vorkonstitutioneller Beschränkung des Absolutismus. So wurde das Parlament auch vielfach vom Volk angesehen, obwohl es unter Ludwig XVI. ein Hort der Reaktion war und die Rechte der Privilegierten gegen die Reformbestrebungen verteidigte, Gegen das Remonstranzrecht des Parlaments konnte der König im Lit-de-justice-Verfahren die Registrierung seiner Erlässe erzwingen, Es kam aber dann vor, dass das Parlament aus Protest die Rechtsprechung einstellte und die Parlamentsräte ihren Rücktritt anboten. Darauf konnte aber die Regierung nicht eingehen, weil sämtliche Ämter (das zeitweise eine höhere Einnahmequelle für den Staat als die Steuern war Nota bene alle Ämter, nicht nur die des Parlaments), die Parlamentsräte also Gläubiger des Staates waren und der König die für die Ämter gezahlten Summen nicht zurückbezahlen konnte. Meist kam es dann zu einem Kompromiss zwischen der Krone und dem Parlament.
Unter Ludwig XIV. wurden dem Parlament seine politischen Befugnisse genommen und es auf die reine Rechtsprechung beschränkt. Der Regent Philipp von Orléans gestand ihm das Registrierungs und Remonstranzrecht wieder zu, weil er es brauchte, um das Testament Ludwig XIV. annullieren zu können. Unter Ludwig XV. wurde das Pariser Parlament von Maupeou 1770/71 durch mehrere Gerichtshöfe ersetzt und die Räte verbannt, aber Ludwig XVI. stellte zu Beginn seiner Regierung das Parlament wieder her und verurteilte seine Reformbestrebungen damit selbst zum Scheitern.


Text von Jaques Levron aus dem Buch - Ludwig der XV.

26. Februar 2008

Marie Antoinette in Paris



Am 15. März öffnen die Galeries Nationales Du Grand Palais in der Avenue de Général Eisenhower in Paris ihre Pforten zu einer Ausstellung, die der Königin Marie-Antoinette gewidmet ist. Gezeigt werden rund 300 Werke aus allen Teilen Europas, die Einblick geben in die Persönlichkeit und vielschichtigen Interessen der umstrittenen Monarchin, die am 16. Oktober 1793 auf dem Höhepunkt der Französischen Revolution hingerichtet wurde. Die jüngste Tochter der österreichischen Kaiserin Maria Theresia war der Kunst sehr zugetan und galt als deren Patronin.
Die Ausstellung in den Galeries Nationales du Grand Palais bleibt bis zum 30. Juni geöffnet. Es ist die größte Kunstsammlung seit mehr als 50 Jahren, die sich mit Marie-Antoinette befasst und eine großartige Ergänzung der Pariser Kunstszene mit ihren namhaften Museen und unzähligen Galerien. Darüber hinaus findet die Exposition in einer Jahreszeit statt, in der es in Paris am schönsten ist: Im Frühling.

23. Februar 2008

Das Gebetbuch der Königin

Im Jahre 1912 wurde das letzte Gebetsbuch von Marie Antoinette gefunden.
Die Faksimile aus dem Archiv der "New York Times"

Die handschriftliche Eintragung der Königin wenige Stunden vor ihrer Hinrichtung.

Das Gebetbuch ist Höhepunkt und Abschluß der Marie Antoinette-Ausstellung in Paris.

22. Februar 2008

Persönliche Gegenstände


Eine Miniatur ihres Sohnes Louis Charles

Ein Ring mit dem Bildnis ihrer Kinder

Eine Haarsträhne der Königin in der Form von Kornähren.

Ein Täschchen mit ihren Initialen

Das Briefsiegel von Marie Antoinette

Marie Antoinette und Armand

Als es Marie Antoinette noch nicht vergönnt war selbst Mutter zu sein, suchte sie nach Ersatz der ihr Herz beglücken konnte, Sie hatte immer einige Kinder um sich, die den Leuten ihres Hofstaates angehörten, und überhäufte diese mit den zärtlichsten Liebkosungen. Seit langer Zeit wünschte sie eines selbst zu erziehen und zu pflegen.

Eines Tages stürzt ein vier- bis fünfjähriger hübscher Bauernknabe, aus Unbesonnenheit unter die Pferde der Königin, die in ihrem Wagen gerade durch das Dörfchen Saint-Michel bei Luciennes spazieren fuhr. Der Kutscher und Postillone halten die Pferde an, und das Kind wird ohne die mindeste Verletzung aus der Gefahr gezogen. Die Großmutter des Kindes eilt aus ihrer Hütte herbei, um es an sich zu nehmen; aber die Königin, die in ihrem Wagen aufgestanden war, streckt den Arm nach der alten Bäuerin aus, und ruft ihr zu, das Kind gehöre jetzt ihr, das Schicksal habe es ihr ohne Zweifel geschenkt, um sie so lange zu trösten, bis sie das Glück haben würde, selbst ein eigenes zu besitzen. "Hat das Kind noch eine Mutter?" fragte die Königin. " Nein Ew. Majestät, meine Tochter ist im letzten Winter gestorben und hat mir fünf kleine Kinder auf dem Halse gelassen." - "Ich nehme dies hier zu mir und werde für die anderen sorgen. Seid ihr damit zufrieden?" - Ach, Ew. Majestität, die Kinder sind so glücklich!" erwiderte die Bauersfrau; "aber der Jakob ist ein gar böser Junge, wird er denn auch bei Ihnen bleiben wollen?" Die Königin nahm den kleinen Jakob auf die Knie und sagte, sie würde ihn schon an sich gewöhnen, dies würde ihre Sache sein, und befahl ihrem Stallmeister, die Spazierfahrt fortzusetzen. Indes musste man sie doch abkürzen, da Jakob ein durchdringendes Geschrei erhob und der Königin und ihren Damen Fußtritte gab.
Die Ankunft der Königin in Versailles mit dem kleinen Bauernlümmel an der Hand setzte ihre ganz Dienerschaft in Erstaunen. Er schrie aus allen Kräften nach seiner Großmutter, nach seinem Bruder Louis, nach seiner Schwester Marianne; nichts konnte ihn beruhigen.
Man ließ in endlich durch die Frau eines Kammerlakaien wegtragen, die sofort zu seiner Wärterin ernannt wurde. Die anderen Kinder gab man in Pension. der kleine Jakob, den man Armand* nannte, kam zwei Tage nachher wieder zur Königin, reinweisses Kleid, Spitzen, eine rosafarbene Schärpe mit silbernen Fransen und ein Federhut hatten die wollene Mütze, das rote Röckchen und die Holzschuhe ersetzt Es war wirklich ein schönes Kind, Die Königin war darüber ganz entzückt. Jeden Morgen früh um neun Uhr musste man es ihr bringen, und sie frühstückte und speiste mit ihm, oft selbst, wenn der König dabei war, Sie überhäufte es mit den zärtlichsten Liebkosungen und verschwieg dabei den tiefen Schmerz der Sehnsucht, der ihr Herz unaufhörlich erfüllte.


*Armand das unglückliche Kind wandte sich später der Revolution zu und fiel als fast 20 jähriger in der Schlacht von Jemappes am 6. November 1792
Die obige Geschichte ist von Madame Campan niedergeschrieben, sie war Zeitzeugin und Kinderfrau bei Marie Antoinette.


Auch einer anderen Quelle habe ich erfahren, daß Jaques Armand, angeblich mit richtigen Namen Francois-Michel Gagne hieß. Jaques Armand hatte Versailles nie gemocht und war ein glühender Revolutionär. Seine Geschwister wurden von der Königin wirklich sehr unterstützt und sein Bruder Denis bekam eine Stelle als Cellist des Königs im Jahre 1787! Seine Schwester wurde von Marie Antoinette finanziell unterschtützt und bekam eine Mitgift:
Originaltext:
3000 livres provenant des bénéfices donnés par la défunte Capet"