Nachstehend gebe ich die überschwengliche und etwas neidhafte Beschreibung von Prince de Ligne wieder, der freien Zugang zum Petit Trianon hatte und gern gesehener Gast bei Marie Antoinette war. Die Beschreibung ist aus dem Jahr 1781 wo die Arbeiten am Refugium vollendet schienen und alles nach Wunsch der Königin gestaltet war.

Die Gärten und der Tempel
Ich kenne nichts Schöneres und besser Gelungenes als den Tempel und das Lusthaus. Die Säulenhalle des einen und das Innere des anderen sind der Gipfel des Vollkommenheit im Geschmack und seiner Arbeit. Der Felsen und die Wasserfälle werden einiger Zeit eine prächtige Wirkung hervorbringen, denn ich denke, daß die Bäume bald wachsen werden, um alle Gegensätze von Mauerwerk, Wasser und Rasen zu Geltung zu bringen. Der Fluß, eine kleine Wendung gegen den Tempel machend, stimmt wunder zu dem Ganzen; sein übriger Lauf ist in richtiger Verteilung versteckt und sichtbar. Die Waldungen sind gut verteilt und die trennen die sonst einander zu nahen Gegenstände.
Die Grotte ist wohl gelungen, gut angebracht und sehr natur ähnlich. Die Berge sind keine Zuckerhüte oder lächerliche Rundbauten; nicht einer ist darunter, der sein Aussehen noch nicht zu Faramundes* Zeit hätte da sein können.
Die Blumeneinfassungen sind überall angenehm geformt. Eine fand ich etwas bandartig; ich glaube, man soll sie ändern. Das war der einzige Fehler, den ich bemerkt habe, und das beweist, daß, obschon Klein-Trainon für den Enthusiamus geschaffen ist, es auf mich nicht gerade diese Wirkung ausübte. Es ist da nicht bloßer Kram, nichts verschrobenes, nichts Bizarres; lauter angenehme Formen; alles im vollkommen richtigen Verhältnis gehalten. Augenscheinlich beisitzen auch die Grazien viel Sinn für Richtigkeit und vereinigen auch diesen Vorzug mit allen jenen, die ihnen stets Bewunderung sichern werden.
Fortsetzung folgt bald
Faramund* sagenhafter erster Herrscher des Frankenreich

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